Heidelberger Druck: Immer noch in schwierigem Fahrwasser

Sievi am 08.02.2012, 15:34 (Gastkommentar)
Sievi
Deutschland
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Die Heidelberger Druckmaschinen AG meldete am Mittwoch für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von 14 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 10 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Allerdings erzielte das angeschlagene Unternehmen damit  ein besseres Ergebnis als befürchtet.

Seit Jahren in den roten Zahlen

Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres, das am 31. März endet, wies der Druckmaschinenhersteller mit einem Minus von 79 Millionen Euro einen Verlust auf Vorjahresniveau (minus 78 Millionen Euro) aus. Seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 spürt das Unternehmen die Krise in der Druckbranche, der erst im November letzten Jahres der Konkurrent Manroland zum Opfer fiel. Auch die Heidelberger Druckmaschinen AG stand 2009 kurz vor der Insolvenz und konnte nur durch die Inanspruchnahme von Staatshilfe gerettet werden. Die roten Zahlen hingegen konnte das Unternehmen seit 2009 nicht verlassen.

Nur Sparen hilft weiter

Jetzt kämpft die Mannschaft um Konzernchef Bernhard Schreier aktuell um den Turnaround und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Im Januar 2012 wurde das Effizienzprogramm „FOCUS 2012“ verabschiedet, über das im Geschäftsjahr 2013/14 nachhaltige Einsparungen in Höhe von rund 180 Millionen Euro realisiert werden sollen, um dann ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen von rund 150 Millionen Euro zu erreichen. Weltweit 2000 Stellen sollen dem Sparprogramm des Unternehmens zum Opfer fallen, davon 1200 im Inland. Die Zahlen und Angaben sprechen eine deutliche Sprache. Nur durch Sparen kann das Unternehmen seine Ziele erreichen. Immerhin wurde bereits im vergangenen Geschäftsjahr ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse von 4 Millionen Euro erreicht. Verhagelt wurde die Bilanz durch das Finanzergebnis. Jetzt soll bis 2014 durch eine Ersparnis von 180 Millionen ein Betriebsergebnis von 150 Millionen erreicht werden. Umsatzsteigerungen scheinen also erst einmal von der Unternehmensspitze nicht erwartet zu werden. Das zeichnet sich auch in den Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr ab, in dem die Umsätze in den ersten neun Monaten um 3,8% und die Auftragseingänge um 6,8% fielen.

Gewinn frühestens in 2013/14

Die Kosten für das aufgelegte Sparprogramm werden das Ergebnis von Heidelberger Druck auch im kommenden Geschäftsjahr belasten. Das Unternehmen geht von Einmalaufwendungen für die Umsetzung des Programms in Höhe von bis zu 150 Millionen Euro aus. Damit dürfte den Weltmarktführer in der Printmedien-Industrie vermutlich das fünfte Verlustjahr in Folge erwarten. Erst im darauf folgenden Geschäftsjahr will der Konzern dann den schon länger avisierten Betriebsgewinn von 150 Millionen Euro erwirtschaften. Dem wird sicherlich noch ein negatives Finanzergebnis gegenüberstehen. Mit der massiven Kapitalerhöhung im Herbst 2010 hat das Unternehmen allerdings seine finanzielle Belastung deutlich reduziert.

Foto von Sam Beebe, erstellt am 29.Oktober.2010, bereitgestellt unter creative commons

Sievi am 08.02.2012, 15:34
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