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Wikipedia

Dieser Artikel behandelt den Telekommunikationskonzern Nokia. Zur finnischen Stadt gleichen Namens siehe den Artikel Nokia (Stadt).
Nokia Oyj
Logo
Rechtsform Osakeyhtiö
(Aktiengesellschaft)
ISIN FI0009000681
Gründung 1865 / 1967
Sitz Espoo, Finnland
Leitung Rajeev Suri (CEO)
Mitarbeiter 55.025 (31. Dezember 2013)[1]
Umsatz 12,709 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Netzwerktechnik, Datendienste
Website company.nokia.com

Nokia Oyj [ˈnɔkiɑ] (englisch: Nokia Corporation) ist ein Telekommunikationskonzern mit Hauptsitz im finnischen Espoo. Das Unternehmen bietet verschiedene Internet-Dienstleistungen, wie die HERE-Dienste, aber auch Ausrüstung für Telekommunikationsnetze, durch die Tochter Nokia Solutions and Networks, an.

Vor dem Verkauf der Mobilfunksparte am 25. April 2014 an Microsoft war Nokia ein bedeutender Mobiltelefonhersteller und von 1998 bis 2011 Marktführer in dieser Branche.[2] Außerdem war das Unternehmen Anbieter von Konsumartikeln wie Set-Top-Boxen sowie von Geräten für Breitband-, IP- und mobile Netzwerke. Nokia war zudem ein Zulieferer der Automobilindustrie und lieferte z. B. Lautsprecher für diverse Automarken (u. a. BMW und Audi).

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Nokia-Zentrale

1865 bis 1967[Bearbeiten]

Fahrrad-Winterreifen mit dem Schriftzug „Nokia“

Das Unternehmen wurde 1865 von dem Ingenieur Fredrik Idestam (1838–1916) in Tampere im Südwesten Finnlands gegründet und stellte anfangs Papiererzeugnisse her, die nach Russland und Großbritannien exportiert wurden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts produzierte das Unternehmen vor allem Gebrauchsgegenstände wie Gummistiefel und Radmäntel für Rollstühle. Noch heute prangt der Name Nokia auf vielen Fahrradreifen, sie werden allerdings nicht mehr vom Unternehmen produziert, sondern mittlerweile von der ebenfalls am Ort ansässigen Firma Nokian Tyres, einem einstigen Tochterunternehmen von Nokia.

1967 bis 2012[Bearbeiten]

Die Nokia Corporation entstand 1967 durch den Zusammenschluss der Nokia Company – der ursprünglichen Papierfabrik – mit den Finnish Rubber Works und den Finnish Cable Works. Damit wurde der Grundstein für das Technologieunternehmen gelegt. 1981 erhielt Skandinavien sein erstes Mobilfunknetz NMT. Nokia stellte damals die ersten Autotelefone für dieses Netz her. 1987 folgte aus dem Hause Nokia das erste wirklich tragbare Mobilfunktelefon.

Inzwischen hat Nokia weltweit feste Produktionsstätten für Netzwerk- und Unterhaltungstechnik in Brasilien (Manaus), China (Dongguan und Peking), Ungarn (Komárom), Indien (Chennai), Mexiko (Reynosa), Südkorea (Masan) und Vietnam (Hanoi)[3] und Deutschland für die Entwicklung von Mobiltelefonen und Zubehör sowie Service in Brasilien, China, Finnland, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Polen, Mexiko, Italien, Südkorea und den USA. Nach eigenen Angaben beschäftigte Nokia im ersten Quartal 2013 weltweit durchschnittlich über 95.800 Mitarbeiter.[4] Rund 30 % der Angestellten in Finnland sind Funkamateure.

Der Kanadier und ehemalige Microsoft-Topmanager Stephen Elop löste am 21. September 2010 den Finnen Olli-Pekka Kallasvuo an der Konzernspitze ab, der diese Position seit dem 1. Juni 2006 einnahm.[5] Dessen Vorgänger im Amt war von 1992 bis 2006 Jorma Ollila.

Am 31. August 2006 wurde die Übernahme des Berliner Start-up-Unternehmens gate5 AG bekanntgegeben. Die Acquisition markiert eine deutliche Korrektur in der Unternehmensstrategie, da sich der Konzern nun auch als Softwareproduzent im Bereich von Navigationslösungen und anderen Geodiensten positionierte.[6] Die neue Ausrichtung wurde mit dem Kauf der Firma Navteq im Jahr 2007 untermauert.

Zum 1. April 2007 wurden die Netzwerksparten von Nokia und Siemens zum Joint-Venture Nokia Siemens Networks fusioniert. Damit entstand der drittgrößte Telekommunikationsausrüster der Welt hinter Alcatel-Lucent und Ericsson-Marconi.[7] Am 1. Juli 2013 gab Nokia bekannt, Nokia Siemens Networks für 1,7 Milliarden Euro vollständig zu übernehmen;[8] nach der Übernahme wurde das Unternehmen in Nokia Solutions and Networks umbenannt.

Nachdem Nokia durchgehend von 1998 bis 2011 weltgrößter Mobiltelefonhersteller war,[9] wurde die Firma im ersten Quartal 2012 von Samsung mit einem geschätzten Marktanteil von 25,4 % abgelöst; Nokia hatte noch 22,5 % und Apple 9,5 % Marktanteil.[10] Der Marktanteil sank damit seit 2008 um mehr als ein Drittel.[11] Der Gewinn von Nokia betrug 1,85 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2010 nach 891 Mio. Euro im Vorjahr.[12] Das Jahr 2011 wurde mit einem Verlust nach Steuern von 1,073 Mrd. Euro abgeschlossen.[13]

Im Februar 2011 gab die neue Konzernleitung bekannt, dass Nokia seine Smartphones künftig mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone ausrüstet. Bis dahin hatte Nokia auf seine Eigenentwicklung Symbian vertraut. Am 26. Oktober 2011 stellte Nokia auf der Hausmesse Nokia World in London mit dem Lumia 800 das erste Smartphone mit Windows Phone 7.5 vor. Der Konzern hatte im Bereich der Smartphones infolge verhaltener Innovationsgeschwindigkeit erheblich an Boden verloren: Hielt er 2009 noch einen Marktanteil von 36,4 Prozent, stammten nach Angaben des IT-Marktforschungsunternehmens Gartner 2010 nur noch 28,4 Prozent aller weltweit verkauften Mobiltelefone von Nokia.[14][15]

Trotz fallender Marktanteile insbesondere bei Smartphones konnte Nokia bis Ende 2010 die Verkaufszahlen kontinuierlich steigern und war in diesem Geschäftsbereich profitabel.[16] Seit dem ersten Quartal 2011 begannen die Verkäufe von Telefonen mit Symbian insbesondere bei Smartphones einzubrechen.[17]

Auch im ersten Quartal 2012 musste der Konzern einen Verlust von 929 Millionen Euro bekanntgeben.[18] In Konsequenz kündigte Nokia an, bis 2013 bis zu 10.000 Stellen zu streichen, so etwa im kanadischen Burnaby, im finnischen Salo sowie am deutschen Forschungsstandort Ulm.[19] Das Geschäftsjahr 2012 wurde mit einem Verlust von 2,303 Mrd. Euro abgeschlossen,[13] wobei im vierten Quartal 2012 bei 8,04 Milliarden Euro Umsatz ein Gewinn von 202 Millionen Euro vermeldet werden konnte.[20]

Nokias Konzernchef Stephen Elop verfolgte ab Oktober 2012 offiziell das Ziel, Nokia zum führenden Anbieter von Geodiensten zu machen. So stellte Nokia in Partnerschaft mit Microsoft seine Kartendienste auf Geräten mit dem Betriebssystem Windows Phone zur Verfügung. Zudem wurden entsprechende Nutzungsvereinbarungen mit dem Onlinehändler Amazon.com und dem Rabattcouponanbieter Groupon geschlossen. Zuletzt konnte Nokia den Unternehmenssoftwarekonzern Oracle für seine Kartendienste gewinnen.[21]

ab 2013[Bearbeiten]

Basierend auf den Informationen mit dem Stand vom 19. Februar 2013 existierte folgende Anteilsverteilung:[22]

Firma Anzahl Aktien ~ in %
Dodge & Cox Inc. 0241.074.318 ~06,4 %
Capital Research and Management Company 0082.612.674 ~02,2 %
Streubesitz 3.421.307.350 ~91,4 %

Am 3. September 2013 gab Nokia bekannt, seine Mobiltelefonsparte für umgerechnet 5,4 Milliarden Euro (3,79 Milliarden Euro zuzüglich 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen) an Microsoft zu verkaufen und sich in Zukunft hauptsächlich auf das Netzwerkgeschäft[2] und seine Kartendienste[23] zu konzentrieren. Der Firmenchef Stephen Elop trat zurück und wurde Chef der Handysparte bei Microsoft.[24] Die Aktionäre stimmten der Übernahme im November 2013 zu.[25] Am 25. April 2014 übernahm Microsoft Nokias Handysparte.[26]

Am 29. April 2014 wurde Rajeev Suri, bisher Chef der Tochtergesellschaft Nokia Solutions and Networks zum CEO des Restkonzerns berufen. Er trat diesen Posten am 1. Mai 2014 offiziell an.[27]

Am 17. Juli 2014 informierte Microsoft, dass 12.500 der 25.000 übernommenen Nokia-Angestellten entlassen würden.[28] Der finnische Finanzminister Antti Rinne erklärte gegenüber der Zeitung Kauppalehti, Finnland sei getäuscht worden.[29]

Nokia nach Regionen[Bearbeiten]

Nokia in Deutschland[Bearbeiten]

Frühere Nokia-Produktionsstätte in Bochum
Eine d-box 1 (digitaler Sat-Receiver) von Nokia
Ein Radiowecker von Nokia

In Deutschland übernahm Nokia 1988 mit dem Audio-Video-Bereich der Standard Elektrik Lorenz AG auch die ehemalige Firma Schaub Lorenz (fusioniert aus C. Lorenz AG/Berlin und G. Schaub Apparatebau/Pforzheim) und Graetz mit Standorten unter anderem in Bochum, dem Holzwerk in Geroldsgrün und dem Bildröhrenwerk in Esslingen am Neckar. Zu Beginn der 1990er Jahre erwarb Nokia Teile der damaligen Philips Kommunikations Industrie GmbH in Deutschland, bei der u. a. Glasfaserkabel hergestellt wurden.

Seit 1999 firmieren alle Geschäftsbereiche unter Nokia GmbH. In Deutschland wurden im Jahr 2007 insgesamt 33 Mio. Mobiltelefone verkauft, entsprechend einem Anteil am Weltmarkt (1,13 Milliarden Stück) von drei Prozent. Etwa 40 Prozent dieser Geräte waren von Nokia hergestellt worden.

Von den rund 4.500 Arbeitsplätzen in Deutschland, darunter 3000 am Standort Bochum, sollte 2001 jeder zehnte Arbeitsplatz abgebaut werden. Zugleich wurden Leiharbeiter eingestellt.

Am 15. Januar 2008 kündigte Nokia die Schließung Nokia-Werks Bochum an, um die Produktion ins Ausland, hauptsächlich ins Nokia-Werk Cluj in Rumänien, aber auch nach Ungarn und Finnland, zu verlegen. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, verwendete in einem Kommentar die Bezeichnung „Subventions-Heuschrecke“ als Kritik.[30] Das Nokia-Werk Bochum wurde nach zähen Verhandlungen und großem Medieninteresse zum 30. Juni 2008 geschlossen.

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2008 brach der Umsatz in Deutschland um über 18 Prozent ein und der Marktanteil sank von 44 Prozent im Vorjahr auf nur noch 36 Prozent. Im selben Zeitraum sank der Marktanteil in Westeuropa um lediglich zwei Prozent, weltweit stieg dieser auf 40 Prozent. Diese Zahlen werden in verschiedenen Wirtschaftsmedien als Folge des Imageschadens, der aus der Werksschließung in Bochum resultiere, gewertet.[31]

Am 14. Juni 2012 kündigte Nokia die Schließung des Forschungs- und Entwicklungsstandorts in Ulm mit über 700 Beschäftigten bis Ende 2012 an.[32][33]

Am 19. November 2013 beschloss die Gesellschafterversammlung die Sitzverlegung von Bochum nach Ratingen.[34] Mit der Übernahme der Handysparte wurde auch die Nokia GmbH eine Tochtergesellschaft von Microsoft.[35]

Die Nokia GmbH ist in Deutschland an folgenden Standorten vertreten:

  • Ratingen: Deutschland-Zentrale[36][37] Vertrieb, Marketing, Kundenservice und Verwaltung.
  • Berlin: Entwicklungsstandort für Kartensoftware „Nokia Maps“ (HERE Deutschland GmbH), nicht Teil des Verkaufs an Microsoft.

Nokia in Rumänien[Bearbeiten]

Nokia produzierte ab 2008 im Nokia-Werk Cluj. 2012 war die Produktion beendet.

Im November 2011 beschlagnahmte der rumänische Staat das Nokia-Werk Cluj als Sicherheit für Steuerschulden in Höhe von 10 Millionen US-Dollar. Durch die Beschlagnahmung sollte ein Verkauf des Geländes durch Nokia vor Begleichung der Schulden verhindert werden.[38] Im Dezember 2011 beglich Nokia die Steuerschulden.[39]

Ehemalige Produkte[Bearbeiten]

Ehemalige Mobiltelefone[Bearbeiten]

Hauptartikel: Microsoft Mobile
UMTS-Handy 6280 von Nokia

Für die Mobiltelefone verwendete Nokia einst ein Nummerierungsschema als Modellbezeichnung. Es wurde zwar nicht konsequent verfolgt, diente aber zur Orientierung und insbesondere zum Vergleich. Die Modellnummer war zumeist vierstellig aufgebaut. Die erste Stelle kategorisierte das Telefon, die folgenden Stellen konnten in vielen Fällen als Indikator für bestimmte Funktionen oder Produktvariationen herangezogen werden.

Die zweite Stelle unterschied oft die Bauform des Modells, aber auch die Funktionalität. Früher wurde durch die zweite Stelle grundsätzlich die Generation unterschieden, z. B. 6110 – 6210 – 6310, 3110 – 3210 – 3310 – 3410.

Die dritte Stelle unterschied früher das mögliche Netz: 6110 D-Netz (900 MHz), 6130 E-Netz (1800 MHz), 6150 Dualband. Diese Unterscheidung gab es später nicht mehr, da alle Handys mindestens dualbandfähig wurden. Später zeigte die dritte Stelle bei einigen Geräten die Generation, so war bspw. das 6210 kein reines D-Netz-Modell mehr. Dem 6220 folgte das weiterentwickelte 6230 und das 6230i. Das 6220 war jedoch keine Weiterentwicklung des 6210.

Die vierte Stelle – zumeist „0“ – bezeichnete meist die Ausstattung des Modells. So fehlt beim 6681 gegenüber dem 6680 UMTS und Zweitkamera, das 6021 hat im Gegensatz zum 6020 keine Kamera, verfügt jedoch über Bluetooth.

Einigen Modellen war als fünfte Stelle ein i hinzugefügt. Dies wies auf eine Verbesserung des Vorgängermodells hin, z. B. 6310 – 6310i, 6610 – 6610i, 6230 – 6230i sowie als neuesten Vertreter das N93i. Diese Maßnahme hatte zum Ziel, ein besonders erfolgreiches Modell dem Stand der Technik anzupassen und weiter im Programm führen zu können.

Ausgesprochen wird die Modellnummer üblicherweise in zwei Teilen, z. B. 6210 als „Zweiundsechzig-Zehn“ oder 9300 als „Dreiundneunzig-Null-Null“, wobei Geräteziffern die mit „00“ enden (z. B. das 9300) häufig auch „Dreiundneunzig-Hundert“ ausgesprochen werden. Modelle mit einer „0“ an dritter Stelle werden wie im Beispiel des 6201 „Zweiundsechzig-Eins“ oder „Zweiundsechzig-Null-Eins“ ausgesprochen.

Seit 2010 galt die vierstellige Namenskonvention als obsolet. Stattdessen setzte Nokia auf eine neue Strategie aus den vier Kernkategorien Eseries, Nseries, Cseries und Xseries mit einer aufsteigenden Zahlenfolge und einem zusätzlichen Suffix. Die funktionale Einstufung im Portfolio erfolgte über den Stellenwert der Zahl.

Das Nokia 7110 war 1999 das erste WAP-fähige Mobiltelefon
  • 9xxx (Communicator Series): Communicator-Serie. Große, aufklappbare Smartphones mit Volltastatur
  • 8xxx (Premium/Design Series): Exklusives und edles Design, oberstes Preissegment
  • 7xxx (Fashion/Experimental Series): Sogenannte „Fashion Phones“. Ungewöhnliche Formen und Designs. Neue Funktionen werden normalerweise zuerst in dieser Serie implementiert, beispielsweise beim Nokia 7110 (erstes WAP-fähiges Mobiltelefon).
  • 6xxx (Classic Business Series): Modellserie für hauptsächlich geschäftlichen Einsatz. Schlichtes, funktionales Design und gedeckte Farben. (Nokia 6150, Nokia 6210, Nokia 6230/Nokia 6230i, Nokia 6310, Nokia 6610, Nokia 6680, …)
  • 5xxx (Active Series): Früher Einsteigergeräte, dann Outdoor-Modelle (Nokia 5110/Nokia 5140), inzwischen Telefone mit Ausrichtung auf ein Spezialgebiet (z. B. Nokia 5500 Sport oder Nokia 5800 XpressMusic)
  • 3xxx (Youth Expression Series): Früher Prepaid-Geräte, gegenwärtig Modelle der mittleren Preisklasse (Nokia 3210, Nokia 3310/Nokia 3330, Nokia 3410, Nokia 3510)
  • 2xxx (Basic Expression Series): Einfache Modelle, teils mit Kamera
  • 1xxx (Ultrabasic Series): Einfache Modelle ohne großen Funktionsumfang und mit langer Akkulaufzeit
  • N-Gage: Umfasst die Modelle der mobilen Spielkonsole N-Gage

Von 2006 bis 2011:

  • Nseries (Explore): Baureihe für Multimedia- und High-End-Smartphones
  • Eseries (Achieve): Baureihe für Business-Smartphones
  • Xseries (Live): Baureihe für Telefone mit besonderen Musikeigenschaften
  • Cseries: Baureihe für Telefone mit Hauptaugenmerk auf Connectivity

Von 2011 bis 2014:

2014:

Nokia-Handys wurden durch ein proprietäres Ladegerät geladen, welches zwei verschiedene Arten von Anschlüssen verwendete (3,5 mm und 2 mm). In der Regel konnte jedes Nokia-Telefon mit nahezu jedem Nokialadegerät, das den gleichen Anschluss verwendete, aufgeladen werden. In aktuellen Modellen wurde vermehrt auf den Micro-USB-Anschluss als Ladebuchse gesetzt.

Im Gegensatz zu anderen Herstellern war es bei Nokia meist möglich, nicht nur den Akku, sondern auch das Display, Gehäuseteile und die Tastatur auszutauschen.

Ende Februar 2012 wurde bekannt, dass Nokia beabsichtigt, mit dem Modell Nokia 808 PureView ein Smartphone mit einer 41-Megapixel-Kamera auf den Markt zu bringen, dem das Betriebssystem Symbian Belle mit Feature Pack 1 zugrunde liegt.[41]

Nokia plante, einen Großteil seiner Smartphone-Fertigung von den vorhandenen Produktionsstätten in Europa und Mexiko nach Asien zu verlegen.[42]

Für die Mobiltelefone setzte Nokia auf folgende Betriebssysteme:

  • Series 20: proprietäres Nokia OS
  • Series 30: proprietäres Nokia OS
  • Series 40: proprietäres Nokia OS
  • Communicator 9000-9110i: Geos 3.0
  • S60 (vormals Series 60): Symbian OS
  • Series 80: Symbian OS
  • Series 90: Symbian OS
  • Symbian^3 (Weiterentwicklung des Symbian OS mit überarbeiteter S60-Benutzeroberfläche)
  • Maemo: Internet Tablet OS (basierend auf Linux) (eingesetzt in den Nokia Internet Tablets und auf dem Telefon N900)
  • MeeGo: Fusion aus Maemo und Moblin (basierend auf Linux) (Einsatz in künftigen High-End-Smartphones, Nokia N9, Tablets, Netbooks, Media PCs und InCar-Infotainmentsysteme)
  • Windows Phone 7: primäres Betriebssystem für Smartphones ab November 2011
  • Windows Phone 8: Seit Ende September 2012[43][44]
  • Android: Seit Februar 2014

In bestimmten Mobiltelefonen für das CDMA-Netz wurde das von Qualcomm entwickelte REX (Real-Time Executive) als Betriebssystem eingesetzt. Die von Nokia exklusiv für den Netzbetreiber Verizon Wireless hergestellten Telefone wurden mit dem Verizon Wireless UI als Benutzeroberfläche ausgestattet.

Im Februar 2011 gab Nokia bekannt, zukünftige Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone von Microsoft ausrüsten zu wollen.[45] Nokia erhält dafür im Gegenzug rd. eine Mrd. US-Dollar für Entwicklung und Werbung von Microsoft.[46] Die Börsen reagierten auf Nokias Entscheidung negativ und der Kurs der Nokia-Aktie brach ein.[47] Die Vorstellung der ersten Nokia-Modelle mit Windows Phone 7.5 im Rahmen der Nokia World 2011 am 26. Oktober 2011 wurde dagegen überwiegend positiv aufgenommen.[48]

Netbooks[Bearbeiten]

Am 28. Mai 2007 verkündete Nokia, dass es ein eigenes Netbook herstellen werde. Es war ab Ende 2009 erhältlich und hieß Nokia Booklet 3G, als Betriebssystem war Windows 7 vorinstalliert.

Sicherheitsprodukte[Bearbeiten]

Nokia hat eine Reihe Firewall- und VPN-Produkte im Angebot mit eigenem Betriebssystem IPSO. Im Dezember 2008 übernahm Check Point den Bereich Sicherheitstechnik von Nokia für eine nicht genannte Summe.[49]

Aktuelle Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Seit der Übernahme der Mobilfunksparte durch Microsoft ist Nokia in drei Geschäftsfelder aufgeteilt:

  • Netzwerk- und Telekommunikationstechnik,
  • die HERE-Dienste und
  • Forschung.

Netzwerk- und Telekommunikationstechnik[Bearbeiten]

2007 gründeten Nokia und die Siemens AG ein multinationales Telekommunikationsunternehmen unter dem Namen Nokia Siemens Networks B.V. als Gemeinschaftsunternehmen, das noch im selben Jahr mit Siemens Networks und Nokia Networks Business zusammengeführt wurde. Nach addiertem Pro-forma-Umsatz entstand so das zweitgrößte Unternehmen für Mobilfunk- und das viertgrößte für Festnetz-Infrastruktur[50]. Nokia Siemens Networks beschäftigte zum Zeitpunkt der Gründung etwa 60.000 Mitarbeiter weltweit; Firmensitz ist Espoo in Finnland. Das Unternehmen verkauft Hard- und Softwarekomponenten für Sprach-, Daten- und Mobilfunknetze sowie entsprechende Installations-, Wartungs- und Beratungsleistungen. Am 1. Juli 2013 teilte Siemens mit, dass Nokia den Siemens-Anteil aufgekauft hat.[51][52]

HERE[Bearbeiten]

Hauptartikel: Navteq und Here (Nokia)

Im Jahr 2007 übernahm Nokia den US-amerikanischen Geodaten-Anbieter Navteq; seither bieten Nokia-Mobiltelefone mit eingebautem GPS-Empfänger über die Nokia-Maps-Software eine kostenlose Offline-Navigation an. Mit dem Navteq-Kauf wurde auch Map24 erworben, das später mit Nokia Maps zum Navigations- und Kartendienst Here zusammengeführt wurde. Im August 2013 umfasst der Kartendienst 196 Länder. Nach eigenen Aussagen nutzen 1 Milliarde mobiler Geräte – wie Smartphones oder Tablet-PCs – sowie Navigationssysteme Kartendaten von Here bzw. Navteq.[53]

Forschung[Bearbeiten]

Das Nokia Research Center, gegründet 1986, ist die Forschungsabteilung von Nokia, die aus ungefähr 500 Forschern, Ingenieuren und Wissenschaftlern besteht und in sieben Ländern, darunter Finnland, China, Indien, Kenia, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten, Forschungszentren besitzt.[54] [55][56]

Neben den Forschungszentren gründete Nokia 2001 das Nokia Institute of Technology (INdT) mit Sitz in Brasilien.[57] Nokias Industriedesignabteilung hat ihren Sitz in Soho in London mit weiteren wichtigen Büros in Helsinki und Calabasas, Kalifornien.

Nokia unterhält derzeit verschiedene Forschungskooperationen mit vielen großen Universitäten, bei denen Ressourcen gemeinsam genutzt, und Ideen ausgetauscht werden. Die Hauptforschungskooperation besteht derzeit mit der Technischen Universität Tampere in Finnland. Aktuelle Kooperationen sind: [58]

Kritik[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 übte Nokia Druck auf die finnische Regierung aus, um ein Gesetz beschließen zu lassen, das Unternehmen die Überwachung der elektronischen Kommunikation von Mitarbeitern ermöglicht.[59] Diese Form der Mitarbeiterüberwachung wurde unter anderem von der finnischen Polizei kritisiert, die diese Maßnahme als Form der Übertragung „behördlicher Befugnisse“ ansah. Nokia drohte, dass es im Fall der Ablehnung des Gesetzes Finnland verlassen werde.[60] Das Gesetz, von den Medien „Lex Nokia“ genannt, wurde am 4. März 2009 beschlossen.

Auch das Joint-Venture Nokia Siemens Networks stand wegen der Lieferung von Überwachungsanlagen an den Iran in der Kritik, da diese zur Beschneidung der Meinungsfreiheit, der Unterdrückung der Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 und zur Verfolgung von politischen oppositionellen Gruppierungen eingesetzt wurden.[61][62] Auch viele andere Staaten, die keine Demokratien sind, sind Kunden dieses Konzerns.[63][64]

Der Autor Frank Piasecki Poulsen hatte sich auf die Suche nach Coltan-Minen im Kongo begeben und recherchiert, wie dort die wichtigen Mineralien für die Handyproduktion unter inhumanen Bedingungen abgebaut werden. In seinem Dokumentarfilm „Blutige Handys“[65] konfrontiert er Nokia mit dem Vorwurf, die eigene Profitabilität vor die soziale Verantwortung zur Veröffentlichung der Lieferkette, wie von Menschenrechtsorganisationen empfohlen, zu stellen.[65][66] Die Kritik des Films bezieht sich dabei auf die gesamte Branche, in dem der Autor Nokia „eher [als] Vorreiter“ in Sachen Nachhaltigkeit bezeichnet. Ein Elektronik-Hersteller-Ranking von Greenpeace, in dem Nokia den dritten Platz belegte, unterstützte diese Aussage.[67]

Nokias Beschluss, das Werk in Rumänien bereits drei Jahre nach dessen Fertigstellung wieder zu schließen, stieß auf heftige Kritik seitens der rumänischen Regionalverwaltung. Der Bau auf einer abgelegenen Ackerfläche wurde erst durch millionenschwere Subventionen des rumänischen Staates möglich (bspw. der Anschluss an das Strom-, Wasser- und Straßennetz). Der rumänische Staat verkündete daraufhin, dass er prüfen werde, ob die Millionenzahlungen zurückgefordert werden können.[68]

Trivia[Bearbeiten]

  • Der Signalton für Kurzmitteilungen „Spezial“ ist der Morse-Code für SMS. Ähnlich ist der „Ansteigend“-Signalton der Morse-Code für „Connecting People“, Nokias Slogan.[69]
  • Der Klingelton Nokia Tune (wahrscheinlich bekanntester Klingelton der Welt) basiert eigentlich auf einer Gitarrenarbeit namens „Gran Vals“ des spanischen Musikers Francisco Tárrega aus dem 19. Jahrhundert. Deswegen wurde dieser Klingelton auf Nokia-Handys ursprünglich „Gran Vals“ genannt, erst 1998 wurde er zu „Nokia Tune“ umbenannt. Nokia behauptet dennoch, es sei eine Hörmarke.
  • Nokia benutzte diesen Klingelton in all seinen Handys und in den meisten TV-Spots als Audiologo.
\relative { \clef treble \key a \major \time 3/4 e''8 d8 fis,4 gis4 cis8 b8 d,4 e4 b'8 a8 cis,4 e a2. }

Nokia-Klingelton. Exzerpt aus „Gran Vals“ von Francisco Tárrega

  • Für Werbespots zu NSeries-Geräten wurde der Song „In My Heart“ aus dem Album „18“ von Moby verwendet. Die ersten Takte des Songs hatten sich anschließend zu einer eigenständigen Kennung für die NSeries entwickelt. Für Werbespots der Lumia-Serie wurde das Lied „Garden“ von Totally Enormous Extinct Dinosaurs verwendet.
  • Das Nokia 3310 erlangte aufgrund seiner angeblichen Unzerstörbarkeit eine große Verbreitung als Internet-Meme

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nokia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nokia Corporation Q4 and Full year results 2013 Nokia Corporation, 31. Dezember 2013.
  2. a b Microsoft kauft Nokias Smartphone-Geschäft.
  3. Production facilities. Nokia, abgerufen am 6. Mai 2013 (englisch).
  4. Q1 2013 Interim Report. Nokia Corporation, 18. April 2013, S. 18, abgerufen am 6. Mai 2013 (PDF, englisch, 1,1 MB groß).
  5. Kallasvuo dankt ab: Nokia holt Microsoft-Manager an die Spitze. In: Spiegel Online, 10. September 2010. Abgerufen am 11. Februar 2011. 
  6. Nokia kauft Gate5 und kündigt eigene Navigationsprodukte an. In: iX, 31. August 2006. Abgerufen am 1. Juni 2013. 
  7. Telekommunikation: In Helsinki entsteht „Nokia Siemens Networks“. In: FAZ, 19. Juni 2006. Abgerufen am 11. Februar 2011. 
  8. Nokia Presse: Nokia übernimmt Siemens-Anteil an NSN. Meldung vom 1. Juli 2013.
  9. Samsung overtakes Nokia in mobile phone shipments, BBC News. 27. April 2012. Abgerufen am 27. Mai 2012. 
  10. Samsung löst Nokia als Nummer 1 am Handymarkt ab (de) Der Standard. 27. April 2012. Abgerufen am 27. April 2012.
  11. Gartner Says Worldwide Mobile Phone Sales Grew 6 Per Cent in 2008, But Sales Declined 5 Per Cent in the Fourth Quarter (en), Gartner Inc.. 2. März 2009. Abgerufen am 5. Juli 2011. 
  12. Interim report (en, PDF) Nokia Corporation. 27. Januar 2011. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  13. a b Nokia Corporation Q4 and full year 2012 Interim Report (PDF; 1,5 MB). Nokia Corporation, 24. Januar 2013.
  14. Johannes Kuhn: Nokia: Partnerschaft mit Microsoft - Bündnis der verletzten Riesen. In: sueddeutsche.de, 11. Februar 2011. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  15. Thiemo Heeg: Herbe Rückschläge für Nokia. Beitrag in der in FAZ vom 11. April 2012.
  16. http://techcrunch.com/2012/05/16/gartner-phone-sales-declined-2-percent-in-q1-2012-dragged-down-by-slow-sales-in-asia-pacific/
  17. http://www.yugatech.com/mobile/recent-smartphone-shipments-show-gainers-losers/
  18. Nokia schreibt tiefrote Zahlen, Meldung bei Heise online vom 19. April 2012. Abgerufen am 19. April 2012.
  19. Angeschlagener Handybauer Nokia streicht tausende Jobs. In: stern.de. 14. Juni 2012, abgerufen am 19. Juni 2012.
  20. Steffen Herget: Nokia verkündet Jahresbilanz: Endlich wieder ein Quartalsgewinn. Meldung bei Teltarif vom 24. Januar 2013.
  21. Nokia schließt Karten-Deal mit Oracle ab, abgerufen am 1. Oktober 2012.
  22. Bericht Nokia (PDF; 1,0 MB) eingesehen am 22. Oktober 2013 (Seite 175)
  23. Markus Weidner Offiziell: Microsoft übernimmt das Handy-Geschäft von Nokia. Meldung bei Teltarif.de vom 3. September 2013.
  24. Heise Online: Nokia sucht neue Strategie und neue Chefs. 3. September 2013, abgerufen am 3. September 2013.
  25. Volker Briegleb: Nokia-Aktionäre segnen Verkauf der Handysparte an Microsoft ab. Meldung bei heise.de vom 19. November 2013.
  26. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Nokias-Handysparte-gehoert-jetzt-Microsoft-2177076.html
  27. Sakari Suoninen und Jussi Rosendahl: Nokia names networks business turnaround leader Rajeev Suri as CEO. Reuters, 29. April 2014, abgerufen am 14. Mai 2014.
  28. http://techcrunch.com/2014/07/17/microsoft-to-cut-workforce-by-18000-this-year-moving-now-to-cut-first-13000/
  29. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsofts-Nokia-Entlassungen-Finnland-wurde-getaeuscht-2263978.html
  30. http://www.zeit.de/online/2008/04/nokia-reaktionen-ruettgers
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  33. Aus für Nokia-Standort ist jetzt fix. 12. Juli 2012, abgerufen am 23. Oktober 2012.
  34. Veröffentlichung im Handelsregister
  35. Impressum
  36. http://www.channelpartner.de/knowledgecenter/tk-business/markt/261795/index.html
  37. http://www.nokia.com/de-de/impressum/Impressum
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  39. Nokia-Werk in Cluj ist endgültig Geschichte. Meldung in der Lausitzer Rundschau vom 8. Dezember 2011.
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  46. Microsoft Is Said to Pay Nokia More Than $1 Billion in Deal. 7. März 2011. 
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  55. http://research.nokia.com/aboutus/index.html
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  57. http://www.indt.org.br
  58. https://research.nokia.com/open_innovation
  59. Andreas Wilkens: Lex Nokia verabschiedet: Finnische Chefs dürfen Mails einsehen. In: heise online, 4. März 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
  60. Urs Mansmann: Nokia drückt Überwachungsrechte für E-Mails durch. In: heise online, 1. Februar 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
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  63. Markus Brauck, Martin U. Müller, Hilmar Schmundt: Die digitale Revolution. In: Spiegel Online, 22. Juni 2009. Abgerufen am 12. Februar 2011. 
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  67. Greenpeace: A Guide to Greener Electronics
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Mori8 24.07, 19:41

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Nokia=Optimus prime

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robert. 24.07, 11:03

Nokia hebt Gewinnprognose für Netzwerkgeschäft an, nettes Plus heute  

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