FRAA US00184X1054 AOL INC. http://de.wikipedia.org/wiki/AOL http://charts2.byteworx.de/bwcharts/images/snapshot.png?chart.height=420&chart.width=540&dataProfile=mdg_default&flashEnabled=true&key.id=32293164&serverUrl=http%3A%2F%2Fcharts2.byteworx.de%2Fbwcharts&target=chart_image&timeSpan=3M&user=sharewise

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Dieser Artikel behandelt den Onlinedienst AOL. Der gleichnamige Verlag ist unter AOL-Verlag zu finden.
AOL Inc.
Schriftzug „Aol.“
Rechtsform Incorporated
ISIN US00184X1054
Gründung 1985
Sitz New York, USA
Leitung Tim Armstrong, Vorsitzender und CEO
Mitarbeiter 5.860 (2010)[1]
Umsatz 2,20 Mrd. US-Dollar (2011)[2]
Branche Dienstleistungsgewerbe
Produkte OnlinediensteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.corp.aol.com
Eine Variation des Logos. Das aktuelle Corporate Design erlaubt die Nutzung beliebiger Hintergrundmotive mit dem in Weiß gesetzten Schriftzug Aol.

AOL, ehemals America Online, ist ein amerikanischer Onlinedienst mit Sitz in New York. AOL bietet neben Internetzugang zusätzlich eigene Inhalte, die nur für die AOL-Kunden bei Verwendung der AOL-eigenen Software zugänglich sind. In Deutschland steht der Begriff AOL nicht als Kurzform für „America Online“, sondern ist reiner Teil des Firmennamens. In den Anfängen des Unternehmens in Deutschland wurde AOL mit „Alles OnLine“ beworben.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1985 in Dulles, Virginia als Quantum Computer Services von Steve Case gegründet, einem grafischen Onlinedienst für amerikanische Benutzer des Commodore 64. 1988 erfolgte die Umbenennung zu America Online. AOL war zunächst nur der Name der Internetdomain von America Online, dann auch der Name der internationalen Dienste von America Online.

Auf dem Höhepunkt seiner Popularität in der ersten Hälfte der 2000er Jahre war AOL mit über 30 Millionen Kunden weltweit der größte Internet-Anbieter. Im Jahr 2000 fusionierte AOL mit Time Warner und firmierte anschließend als AOL Time Warner. Im Jahr 2003 strich das Unternehmen das Kürzel AOL wieder aus dem Unternehmensnamen. Ende 2005 stieg Google Inc. für eine Milliarde Dollar (833 Millionen Euro) bei AOL ein. Am 3. April 2006 benannte sich America Online Inc. offiziell in AOL LLC. um. Die ursprüngliche Mission, die der Name ausdrücken sollte, Amerika online zu bringen, habe man schließlich längst erfüllt, begründete AOL-Chef Jon Miller.

Am 8. Juli 2009 kaufte Time Warner die Anteile von Google zurück, um AOL in einem weiteren Schritt an die Börse zu bringen.[3] Mitte 2009 kündigte der neue Vorstandschef Tim Armstrong an, das Unternehmen bis Ende des Jahres an die Börse bringen zu wollen. Dafür will AOL selbst Inhalte produzieren und graphische Online-Werbung vermarkten.[4] Am 19. November 2009 wurden Pläne des Unternehmens bekannt, mit dem Ziel einer Einsparung von 300 Millionen US-Dollar auch auf Basis von Entlassungen 2500 Stellen abzubauen, das entspricht einem Drittel der Belegschaft.[5] Im Rahmen dieser Umstrukturierungsmaßnahmen wird AOL mehrere europäische Niederlassungen, darunter alle vier deutschen Niederlassungen schließen.[6][7] Hiervon sind insgesamt 140 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen. Im Dezember 2009 trennt sich Time Warner von AOL. Erstmals am 10. Dezember 2009 wird AOL an der New Yorker Börse wieder als eigenständiges Unternehmen gehandelt.

Im April 2010 verkaufte AOL den Instant Messager ICQ für 187,5 Millionen Dollar an das russische Investment-Unternehmen Digital Sky Technologies.[8]

Im Februar 2011 kaufte AOL The Huffington Post und führte alle journalistischen Sparten des Unternehmens unter dem neuen Dach AOL Huffington Post Media Group zusammen. Damit erweiterte sich das Geschäftsmodell, da die Huffington Post ihrerseits seit etwa 2010 systematisch namhafte Journalisten eingekauft hatte, um die Rolle eines bedeutenden journalistischen Mediums anzustreben.[9]

Am 7. August 2013 wurde der Kauf der Onlinevideo-Werbefirma Adap.tv für 405 Millionen Dollar bekanntgegeben.[10][11]

AOL Deutschland[Bearbeiten]

Die deutsche Niederlassung wurde 1995 als Joint Venture der Bertelsmann AG und AOL Europe gegründet und hat ihren Hauptsitz in Hamburg, wo Geschäftsleitung und Redaktion angesiedelt sind. Die überwiegende Mehrzahl der rund 1.200 Mitarbeiter arbeiteten in den Call-Centern in Saarbrücken, Duisburg, Dessau, Erfurt, Görlitz, Düsseldorf, Essen sowie Frankfurt (Oder). Die Standorte in Dessau, Erfurt, Görlitz, Düsseldorf, Essen und Frankfurt (Oder) wurden von externen Dienstleistern betrieben. Der Onlinedienst AOL Deutschland erzielte im Geschäftsjahr 2003 mit rund zwölf Millionen Euro erstmals einen operativen Gewinn, der sich 2005 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erzielte der Konzern ein Ergebnis von rund 80 Millionen Euro (38 Millionen 2004). In Deutschland erreichte AOL mit seinen Internet-Angeboten der Marken AOL, CompuServe und Netscape Internet Service etwa fünf Millionen Menschen pro Monat[12] (Stand: 2007).

Zum 1. März 2007 hat AOL in Deutschland das Internet-Zugangsgeschäft mit allen Callcentern an HanseNet verkauft. Geschäftsführer der 2006 neu gegründeten AOL Deutschland Medien GmbH, die weiterhin das sogenannte Audience-Geschäft wie die AOL-Portale, die AOL-Zugangssoftware und den kostenlosen AOL-E-Mail-Service betreibt, war von 2007 bis April 2008 Torsten Ahlers.[13] Sein Nachfolger als Geschäftsführer der AOL Deutschland Medien GmbH war Andreas Demuth,[14] der das Unternehmen zum 30. November 2009 wieder verließ. Seit dem 13. Dezember 2011 ist Michael Edward Nolan Jr. neuer Geschäftsführer.[15]

Produkte und Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Einst hatte das Unternehmen das World Wide Web für Millionen von Menschen definiert. In den Anfangsjahren hatten die Amerikaner ihre Einnahmen vor allem über Einwählverbindungen per Modem gemacht. Jahrelang lagen Disketten und CDs mit der AOL-Zugangssoftware vielen Ausgaben von Computerzeitschriften bei. 26,7 Millionen Kunden kamen 2002 über AOL ins Internet. In Deutschland war AOL der Hauptkonkurrent der Deutschen Telekom. Der Vormarsch von DSL-Verbindungen und Flatrates ließ diese Einnahmen rapide schrumpfen und brachte AOL hohe Verluste ein. AOL versuchte dies aufzufangen, indem sie die Werbe-CD-ROMs mit der Zugangssoftware nicht nur Computerzeitschriften, sondern dann auch Tageszeitungen und Illustrierten beilegten; omnipräsent waren die CDs auch als Auslagen in Supermärkten, Kaufhäusern, Kinos etc., sowie als Postwurfsendung/Hauswurfsendung. Diese aggressive Werbung wurde von vielen Leuten als extrem ärgerlich empfunden. Ein Amerikaner startete daraufhin die Protestaktion No More AOL CDs. Sein Ziel: Er wollte eine Million AOL-Werbe-CDs sammeln und diese dann öffentlichkeitswirksam vor der AOL-Hauptzentrale per Lkw abkippen. Dazu kam es jedoch nicht: Als AOL selbst von der Protestaktion erfuhr, beendeten sie die CD-Kampagne.

Seit 2007 gehört der Marketing-Dienstleister Adtech zu AOL. Zum 31. Oktober 2008 hat AOL die „Hometown“-Seiten mit den Internet-Seiten seiner Benutzer geschlossen.

2008 kam AOL in den USA mit 7,5 Millionen Kunden noch auf Platz 5,[16] 2010 war der Anteil jener AOL-USA-Kunden, die sich nach dem alten Verfahren per Modem einwählen, mit 5 Millionen immer noch erstaunlich hoch.[17]

Weitere bekannte Produkte von AOL sind bzw. waren u. a. AIM, ICQ (von 1998 bis 2010), Winamp (von 1999 bis 2014) und SHOUTcast (von 1999 bis 2014).

Seit Tim Armstrong 2009 als CEO von AOL eingestellt wurde, verschiebt sich das Geschäftsmodell von AOL in Richtung einer Content Farm.[18] Seit 2010 ist es das Kerngeschäft des Unternehmens, durch Freelancer gewaltige Mengen an Texten zu aktuell gesuchten Themen möglichst billig herstellen zu lassen, die dann durch exzessive Anwendung von Methoden der Suchmaschinenoptimierung möglichst häufig aufgerufen werden und so Werbeeinnahmen generieren sollen.[19] Zur Veröffentlichung nutzt AOL neben seiner Haupt-Domain und dem Projekt seed.com rund 75 special-interest-Seiten unter dem Dach der Tochtergesellschaft MediaGlow.[18]

Mit der Übernahme der Huffington Post Anfang 2011 strebt AOL wieder in den Markt hochwertiger journalistischer Inhalte. Dabei gibt es Ende 2011 Berichte über Konflikte und Reibungsverluste zwischen den beiden ehemaligen Unternehmen und ihren konträren Geschäftsmodellen. Dies gilt sowohl innerhalb der ehemaligen Huffington Post, bei der Einfluss der ursprünglichen schnell und billig aufbereiteten Berichte über Storys anderer Medien durch unbezahlte Blogger mit den hoch bezahlten und preisgekrönten Journalisten kontrastiert, die für die Aufwertung der Huffington Post eingekauft wurden. Andererseits steht die erfolgreiche, wenn auch noch nicht konsolidierte Huffington-Post-Kultur gegen die Content-Farm-Mentalität, die AOL mit großem Aufwand aufgebaut hat.[9]

Im Herbst 2012 hat AOL unter der Bezeichnung Alto einen Dienst gestartet, mit dem Nutzer mehrere E-Mail-Postfächer unter einer einheitlichen Oberfläche zusammenfassen können. Kontakte, Nachrichten und Anhänge werden in sogenannten Stacks (Stapeln) organisiert, die dabei helfen sollen, E-Mails besonders effizient zu organisieren und zu bearbeiten. AOL Alto unterstützt neben AOL Mail auch Yahoo Mail, Google Mail und Apple iCloud und erreichte eine breite Rezeption in den Medien, da es der erste Dienst seit mehreren Jahren war, den AOL unter eigener Regie vorgestellt hat.[20]

Von 2009 bis Anfang 2014 betrieb AOL unter dem Namen Patch bis zu 1300 online-Plattformen zu Städten und Regionen in den USA, auf denen zu Höchstzeiten rund 1000 Mitarbeiter Lokaljournalismus produzierten. Im August 2013 war das Projekt auf 900 Plattformen und 500 Redakteure reduziert worden, Anfang 2014 wurde es an den Investor HaleGlobal verkauft. Hale wird voraussichtlich nur rund 250 Seiten weiterführen.[21]

Technik[Bearbeiten]

AOL setzte für die Einwahl in das Internet jahrelang auf eine proprietäre Software, ohne die es nicht möglich war, AOL zu nutzen. Die erste AOL-Einwahlsoftware für den PC erschien um 1990 für das GUI GeoWorks Ensemble (auch als „PC/GEOS“ bekannt), da die Firmengeschichte von AOL eng mit GEOS verbunden war – unter anderem aufgrund der Entwicklung von „Quantum Link“ für den Homecomputer C64. AOL brachte für den Zoomer, einem der weltweit ersten PDAs, als weltweit erstes Unternehmen eine mobile Interneteinwahl auf den Markt. Nach der Festigung der Marktherrschaft von Microsoft Windows gab es jahrelang nur Einwahlsoftware für die Betriebssysteme Microsoft Windows und MacOS. Etwa im Jahr 2000 änderte sich dies, und es kam die Möglichkeit hinzu, seine E-Mails über das standardisierte Protokoll IMAP abzurufen, sodass den Kunden eine große Auswahl an E-Mail-Programmen zur Verfügung stand, zum Beispiel Microsoft Outlook und Netscape. Im August 2003 wurde es, gleichzeitig mit dem Launch der AOL 8.0, möglich, über das standardisierte Point-to-Point-Protokoll online zu gehen. Dadurch war es möglich, Router mit AOL zu verwenden und zur Einwahl Linux oder das in Windows enthaltene „DFÜ-Netzwerk“ zu verwenden. Der Zwang zur Benutzung des AOL-Clients war damit abgeschafft.

AOL-Software[Bearbeiten]

Einwahl[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde die AOL-Software benötigt, um sich einzuwählen. Heute ist das nicht mehr notwendig, es sei denn, man hat als zusätzlichen Schutz eine SecurID. Das trifft in Deutschland nur auf AOL-Mitarbeiter, Guides und Scouts zu, in den USA hingegen können auch normale Mitglieder entgeltlich eine SecurID zu ihrem AOL-Account erhalten.

Um den AOL-Tarif online zu wechseln, benötigt man weiterhin die AOL-Software.

Benutzernamen[Bearbeiten]

Man kann für seine Familienmitglieder sieben (bis AOL 5.0 nur fünf) Benutzernamen anlegen. Jeder Benutzer hat eigene Favoriten, eine eigene Buddyliste, ein eigenes Adressbuch und ein eigenes Mail-Archiv. Bei der Mac-Version wird das Adressbuch von allen Benutzern gemeinsam verwendet.

AOL-Benutzernamen können maximal 16 Zeichen lang sein (früher 10) und nur Buchstaben und Zahlen enthalten, keine Sonderzeichen. Sie können Leerzeichen und Groß- und Kleinbuchstaben enthalten, die aber nur kosmetischer Natur sind. Sie sind gleichzeitig AIM-Name, Benutzername für AOL-Messageboards und -Chats, sowie ohne die Leerzeichen der Anfang der E-Mail-Adresse, stets gefolgt von @aol.com, auch bei Mitgliedern von AOL Deutschland.

Kindersicherung[Bearbeiten]

Es ist möglich, für einzelne Benutzernamen eine „Kindersicherung“ einzurichten, die beispielsweise festlegen kann, dass das Kind nur Mails von anderen AOL-Mitgliedern empfangen kann oder nur von bestimmten Absendern, dass das World Wide Web gar nicht oder nur bestimmte für Kinder geeignete Seiten genutzt werden können (diese Liste ist von AOL festgelegt, die Anzahl der Seiten ist für Deutschland gering) oder dass das Kind die Instant-Messaging-Funktionen nicht oder nur teilweise nutzen kann. Auch Zeitbeschränkungen sind möglich. Es gibt weitere Schutzfunktionen, die auf der AOL-Website nachgelesen werden können. Auch ein Erwachsener würde für sich selbst Mails eines unerwünschten Absenders über die Kindersicherung blockieren. Nur als erwachsen eingestufte Benutzernamen können auf die Erotikinhalte von AOL zugreifen.

E-Mail[Bearbeiten]

Die AOL-Software ermöglicht das Lesen, Schreiben und Archivieren von E-Mails. Dabei gibt es keine Filterfunktion, die die Mails nach bestimmten Kriterien in Ordner sortieren würde. Für Mails innerhalb von AOL gibt es besondere Funktionen: Falls der Absender einer E-Mail ein AOL-Mitglied ist, dann ist dies nicht fälschbar (d. h. wenn als Absender nur ein Benutzername ohne @aol.com angezeigt wird und die Mail keine Header enthält, dann stammt sie garantiert von diesem Absender). Falls der Empfänger einer E-Mail AOL-Mitglied ist, kann man sehen, ob er die Mail bereits gelesen hat und wenn ja, wann, oder ob er sie gelöscht oder ignoriert hat, d. h. den Ignorieren-Button gedrückt hat, was die Mail als gelesen markiert, ohne sie zu öffnen. Falls die Mail noch ungelesen ist oder ignoriert wurde, kann man sie zurückholen. Man kann wählen, dass man beim Öffnen der Mail (nur durch ein anderes AOL-Mitglied) eine Bestätigungsmail erhält; der Empfänger hat nicht die Möglichkeit, dies zu verhindern.

Inzwischen ist auch Empfangen und Versenden über IMAP oder POP3 ohne Verwendung der AOL-Software möglich, außerdem gibt es schon länger Webmail. AOL verwendet durchgehend die Schreibweise „eMail“.

Instant Messaging[Bearbeiten]

In die AOL-Software sind Instant-Messaging-Funktionen wie im kostenfreien AIM (AOL Instant Messenger) enthalten, sie werden dort „Buddyliste“ und „Telegramm“ genannt. AOL-Nutzer können mit AIM-Nutzern kommunizieren, bei aktuellen AOL-Versionen auch mit ICQ-Nutzern. AOL-Nutzer können allerdings nicht das „Buddy-Icon“ des AIM-Nutzers sehen, weil AOL-Nutzer nur von AOL vorgegebene Icons verwenden können, AIM-Nutzer jedoch auch eigene Grafiken. AIM hat dafür eine Funktion, die Buddy-Icons erst unscharf anzeigt und den Benutzer dann zwischen Annehmen, Ablehnen und schrittweisem Schärfen wählen lässt, bei der AOL-Software fehlt diese. Über die Buddyliste können einzelne Buddys oder ganze Gruppen in einen privaten Chat eingeladen werden, den auch AIM-Nutzer betreten können. Es gibt keine Logfunktion.

AOL-eigene Seiten[Bearbeiten]

Nur mit der AOL-Software kann man auf AOL-eigene Seiten zugreifen, die in einer AOL-eigenen Sprache (RAINMAN; Remote Automated Information Manager) geschrieben sind und sich u. a. dadurch von Webseiten unterscheiden, dass sie nicht in der Größe veränderbar sind und dass sich beim Klick auf einen Link oder Button jeweils eine neue Seite öffnet (mit einigen Ausnahmen). Sie wirken ähnlich wie Seiten, die Teil der Software sind (etwa die Präferenzen). Die Anzahl solcher Seiten ist im deutschsprachigen AOL-Angebot heute sehr gering (siehe Abschnitt: WWW).

WWW[Bearbeiten]

Die AOL-Software greift auf den nur auf Windows zu betreibenden Internet Explorer zurück, verändert ihn aber teilweise. Wenn man den AOL-Browser, also den Internet Explorer innerhalb der AOL-Software, benutzt, surft man automatisch über den AOL-Proxy-Server im Internet. Das soll den Seitenaufbau beschleunigen. Bei am selben Tag geänderten Webseiten kann es vorkommen, dass man so noch die alte Version vom Vortag sieht. Auch werden Grafiken vor der Übertragung in das AOL-eigene Format ART, welches dem JPEG ähnelt, komprimiert. Die Bildqualität ist auffallend schlecht und diese Komprimierung bringt selbst bei einer ISDN-Verbindung kaum nennenswerte Vorteile. Andere Veränderungen sind, dass sich beim Klick auf mailto-Links das Mail-Schreiben-Formular der AOL-Software (anstelle des eingestellten Standard-Mail-Clients) öffnet, der Popup-Blocker sowie kleine Änderungen im Kontextmenü. Die Favoriten des Internet Explorers werden nicht mitgenutzt, stattdessen hat jeder der bis zu sieben AOL-Benutzernamen seine eigenen Favoriten.

Das deutschsprachige AOL-interne Angebot befindet sich heutzutage größtenteils auf Webseiten, die nur mit dem Internet Explorer innerhalb der AOL-Software aufgerufen werden können (wenn man sich im AOL-Office befindet, auch ohne die AOL-Software). Einen Teil der Seiten kann man auch unter www.aol.de erreichen, ohne AOL-Mitglied zu sein. AOL verwendet für die meisten (internen wie externen) Seiten das in Java (JSP) geschriebene Content-Management-System ATPS.

Chat[Bearbeiten]

Die meisten AOL-Chaträume können nur mit der AOL-Software betreten werden. Private, von Mitgliedern über die „Einladen“-Funktion eröffnete Chaträume, sind auch für AIM-Nutzer erreichbar. AOL bietet zu festen, dem „Chat-Kalender“ entnehmbaren Zeiten moderierte Chats an, einerseits zu Fachthemen wie Recht oder Wissenschaft, andererseits zu freien Themen wie Flirten oder Knuddeln. Die Moderatoren werden „Scouts“ genannt (im englischsprachigen AOL „CL“ für „Community Leader“, dt.: „Gemeinschafts-Führer“). Außerdem gibt es eine weitaus größere Anzahl unmoderierter Chats, sowie von Mitgliedern eröffnete unmoderierte Chaträume, die – im Gegensatz zu den privaten Chats – ebenfalls in der Raumliste erscheinen. Auch unmoderierte Chats werden von so genannten „Guides“ (früher „Lotsen“) patrouilliert. Diese können außerdem von Mitgliedern, die sich gestört fühlen, herbei gerufen werden. Nur öffentliche Chaträume sind hiervon betroffen. Zum Betreten eines privaten Chatraums genügt die Kenntnis des Namens, man betritt ihn auf die gleiche Weise, wie man einen privaten Chat dieses Namens erstellen würde. Es ist möglich, Chats zu loggen, allerdings muss man dafür am Anfang des Chats wählen, dass man das tun möchte, und einen Dateinamen vergeben. Der Dienst wurde am 15. März 2010 eingestellt.

Die AOL-Software enthält keinen IRC-Client.

Usenet[Bearbeiten]

Die AOL-Software hatte einen internen Newsgroups-Client, dessen Aussehen und Bedienung der der AOL-Message-Boards stark ähnelte (mit Ausnahme der absichtlich fehlenden HTML-Formatierungs-Funktionen). Der Usenetzugang wurde im Februar 2005 eingestellt. Im Usenet waren AOL-Nutzer meist unbeliebt[22] (siehe auch Eternal September).[23] Die Software war teilweise dafür verantwortlich, Zitieren geschah nicht automatisch, eine Attribution konnte man nur von Hand einfügen und lange war es nicht möglich, seinen Realnamen einzutragen.[24]

Message-Boards[Bearbeiten]

Lange Zeit konnte man die AOL-Message-Boards nur über die AOL-Software nutzen. Jedes Posting wurde – wie beim Newsgroup-Client – einzeln angezeigt. Es gab keine Baumansicht. Inzwischen kann man die AOL-Message-Boards mit einem Browser aufrufen, sie ähneln im Aussehen und den Funktionen nun etwas mehr Webforen. Die Message-Boards werden von Scouts moderiert.

FTP[Bearbeiten]

Die AOL-Software hat einen integrierten FTP-Client (Aufruf über das AOL-Kennwort „Myplace“), der zur Verwaltung von Internetseiten, Bildern oder sonstigen Dateien auf dem bereitgestellten Speicherplatz geeignet ist. Es kann auch ein externer FTP-Client verwendet werden. Für jede AOL-Mitgliedschaft stehen pro Benutzername zwei Megabyte Webspace zur Verfügung, aufgrund der maximal sieben Benutzernamen also insgesamt 14 Megabyte. Der Dienst wurde eingestellt und steht seit dem 31. Oktober 2008 nicht mehr zur Verfügung. Somit sind auch Homepages, die beispielsweise unter members.aol.com/Benutzername (AOL Hometown) angelegt wurden, nicht mehr erreichbar und wurden deshalb abgeschaltet.

Gopher[Bearbeiten]

Bis AOL 5.0 war ein Gopher-Client integriert. Dieser Internet-Service ist inzwischen kaum noch verbreitet und in neueren AOL-Versionen nicht mehr enthalten.

Integration[Bearbeiten]

Die Kommunikationsarten sind integriert. So kann man einer Person, die man in einem Chatraum sieht, durch Doppelklick eine Instant Message („Telegramm“) oder eine Mail schicken (es erscheint ein Menü zur Auswahl), wenn der Absender einer Mail ein AOL-Mitglied ist, sieht man in der Mail, ob er gerade in der Buddyliste online ist, und man kann ihm ein Telegramm schicken, ebenso ist es, wenn man ein Posting in einem Message Board liest.

Xdrive[Bearbeiten]

Unter dieser Bezeichnung bot AOL kostenlos 5 GB Online-Speicherplatz an, auf welchen via Web-Browser zugegriffen werden kann. Höhere Kapazitäten konnten als bezahlter Dienst abonniert werden. Der Dienst wurde unter anderem dazu verwendet, große E-Mail-Anhänge zu versenden, respektive den DownLoad-Link dazu. Der Dienst wurde nach dem 12. Januar 2009 nicht mehr angeboten.

Kritik[Bearbeiten]

Ende August 2006 wurde die US-Version von AOL 9.0 durch die amerikanische Stop Badware Coalition als „Badware“ eingestuft. Mit „Badware“ sind unter anderem Spyware, Malware und betrügerische Adware, mit der Unternehmen Online-Verhalten ausspionieren, gemeint. Sowohl dem Internet Explorer als auch der Windows-Taskbar werden ungefragt nicht entfernbare Zusätze hinzugefügt.[25]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: AOL – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1468516/000119312511046265/d10k.htm
  2. http://www.google.com/finance?q=NYSE:AOL&fstype=ii
  3. heise online – Time Warner kauft von Google AOL-Anteile zurück
  4. „AOL soll wie Disney werden“
  5. tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, abgerufen 20. November 2009
  6. Spiegel.de
  7. AOL ist in Deutschland bald nur noch Geschichte In: Die Welt online vom 11. Januar 2010, abgerufen am 12. Januar 2010
  8. heise.de: ICQ nach Russland verkauft
  9. a b Joe Pompeo: The road ahead for the Huffington Post –Nine months and a merger later, 'Capital-J Journalism' is still a work in progress, Capital New York, 16. November 2011
  10. derStandard.at - Internet-Pionier AOL wagt größte Übernahme seit 2011. Artikel vom 7. August 2013, abgerufen am 7. August 2013
  11. cio.de - AOL kauft Video-Werbefirma. Artikel vom 7. August 2013, abgerufen am 7. August 2013
  12. Quelle: AGOF e.V. / internet facts 2007-II ([www.agof.de/graphiken-if-2007-ii.download.6e2527dcc5b0d9dfc17794c2756ebc21.pdf])
  13. AOL Europa gibt bekannt, dass der Geschäftsführer Torsten Ahlers AOL Deutschland verlässt (Version vom 18. Juni 2009 im Internet Archive), AOL Deutschland, Pressemitteilung, 16. April 2008
  14. Unternehmensgeschichte (Version vom 21. März 2009 im Internet Archive)
  15. Unternehmensregister des Bundesanzeigers. 13. Dezember 2011. Abgerufen am 3. Februar 2013.
  16. Top 23 U.S. ISPs by Subscriber: Q3 2008 (Version vom 22. Juli 2011 im Internet Archive) (englisch)
  17. AOL still has 5 million customers paying for dial-up! (engl.), abgerufen am 1. April 2010
  18. a b Erick Schonfeld: Tim Armstrong’s Secret Project Is To Turn AOL Into A Low-Cost Content Machine. Auf: TechCrunch, 24. Oktober 2009
  19. Nicholas Carlson: LEAKED: AOL’s Master Plan. businessinsider.com, 1. Februar 2011
  20. Moritz Stückler: Alto: Innovativer Web-E-Mail-Client von AOL im Überblick. In: t3n Magazin. 21. Oktober 2012, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  21. heise.de: Entlassungen: AOL gibt Lokalnachrichtenportal Patch auf, 30. Januar 2014
  22. Jargon: AOL!
  23. Jargon: September that never ended
  24. The Making of an Underclass: AOL, Stand: 12. Februar 2008
  25. Stop Badware Report: AOL 9.0, Stand: 12.Februar 2008

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