| Webseite: | http://www.amazon.de/ |
| Investor Relations: | http://phx.corporate-ir.net/phoenix.zhtml?p=irol-irhome&c=97664 |
| Wikipedia: | http://de.wikipedia.org/wiki/Amazon.com |
| Bereich: | Internet |
| Amazon.com, Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Incorporated |
| ISIN | US0231351067 |
| Gründung | 1994 |
| Sitz | Seattle, Vereinigte Staaten |
| Leitung | Jeff Bezos |
| Mitarbeiter | 88.400 (2012)[1] |
| Umsatz | 48,1 Mrd. US-Dollar (2011)[2] |
| Branche | Internethandel |
| Website | amazon.com |
Die Amazon.com, Inc. (deutsche Aussprache [amaˈʦoːn] bzw. englisch [ˈæməzən]) ist im Schwerpunkt ein US-amerikanischer Online-Händler mit einer breit gefächerten Produktpalette. Über die integrierten Verkaufsplattformen „Marketplace“ und „z-Shops“ können auch Privatpersonen oder andere Unternehmen im Rahmen des Online-Handels neue und gebrauchte Produkte anbieten. Unter eigener Marke wird neben dem Amazon Kindle als Lesegerät für elektronische Bücher auch der Amazon Kindle Fire, ein Tablet-Computer, vertrieben.
Nach eigenen Angaben hat Amazon als Marktführer des Handels im Internet die weltweit größte Auswahl für Bücher, CDs und Videos. Der Name des Unternehmens bezieht sich auf den südamerikanischen Strom Amazonas – der Verweis auf den stark verzweigten und wasserreichsten Strom der Erde sollte die mit Hilfe vieler Partner angestrebte Vormachtstellung im Internet-Handel versinnbildlichen. Zudem wurde bei der Auswahl des Namens Wert darauf gelegt, dass er wegen der Reihung in Listen mit A beginnt.
Inhaltsverzeichnis
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Amazon.com, Inc. ist eine Gründung des Computerwissenschaftlers Jeff Bezos. Die Idee eines elektronischen Buchgeschäfts entstand zusammen mit David E. Shaw, als Bezos in dessen Finanzunternehmen D. E. Shaw & Co. arbeitete. 1994 verließ er es, um die Idee allein weiterentwickeln zu können, und gründete noch im selben Jahr das Stammhaus, das amerikanische Mutterunternehmen Amazon.com, im US-Bundesstaat Washington als online-Bookstore. Im Juli 1995 verkaufte das Unternehmen auf seiner Internetplattform sein erstes Buch: Douglas R. Hofstadters Werk Fluid Concepts and Creative Analogies: Computer Models of the Fundamental Mechanisms of Thought.[3] Hierzu lud er 300 Freunde und Bekannte, seine Schöpfung zu testen. In den ersten vier Wochen verschickte das Unternehmen Bücher an Kunden in allen 50 US-Bundesstaaten und in mehr als 45 weitere Länder, im zweiten Monat lag der wöchentliche Umsatz bereits über 20.000 US-Dollar.[4] Im Oktober 1995 öffnete sich die Plattform mit der URL „amazon.com“ der breiten Öffentlichkeit.[5] Bereits 1996 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 15,7 Million US-Dollar und es steigerte ihn 1997 auf 147,8 Millionen.[6] Im September 1997 wurde die „1-Click“-Funktion eingeführt. Mit ihr ist, basierend auf der Cookie-Technik, der Vorgang der Bestellung mit nur einem Klick möglich. Am 28. September 1999 ließ sich Amazon diese Funktion in den USA patentieren (US-Patent Nr. 5.960.411[7]).[8] Amazon verklagte in den USA erfolgreich andere Unternehmen, auf deren Websites ebenfalls Produkte mit nur einem Klick bestellt werden konnten, obwohl Cookies ursprünglich vom Unternehmen Netscape entwickelt worden waren und es sich bei der One-Click-Technik nach verbreiteter Meinung um ein sogenanntes Trivialpatent handelt. In Deutschland ist eine solche Patentierung nicht zulässig. Das Jahr 1998 war durch die Gründung von ersten internationalen Webseiten gekennzeichnet.
Mit Übernahme des Unternehmens Telebook Inc. – im April 1998 verkauften die Eigentümer Maria Garcia Nielsen, Ulrike Stadler, Christian Jagodzinski und Michael J.G. Gleissner den Mutterkonzern ABC-Bücherdienst GmbH, den damals führenden deutschen Internet-Versandbuchhändler und Online-Pionier, an Amazon für einen zweistelligen Millionenbetrag[9] – trat Amazon in den deutschen Absatzmarkt ein. Damals hatte Telebuch.de Niederlassungen in Spanien, den USA und Namibia. In Deutschland war das Unternehmen Marktführer im Online-Buchhandel. Zum 15. Oktober 1998 wurde die Seite „telebuch.de“ umbenannt in „amazon.de“.[10] Schon damals wurde bei der Expansion von Amazon auf die europäische Märkte[11] von einem Verdrängungswettbewerb gesprochen[12].
Der deutsche Unternehmenssitz wurde München, die Distributionslager befinden sich in Bad Hersfeld, Koblenz, Rheinberg, Pforzheim, Werne und Leipzig, der Kundendienst in Regensburg. Ebenfalls 1998 erfolgte die Übernahme von Bookpages Limited und der Filmdatenbank IMDb. Mitte August 2006 nahm Amazon in Leipzig ein weiteres Versandlager mit ca. 300 Arbeitsplätzen in Betrieb. Im September 2009 wurde ein zweites Logistikzentrum in Bad Hersfeld mit rund 2500 Arbeitsplätzen fertiggestellt; es ist mit einer Fläche von 110.000 Quadratmetern der neue Standard für weitere Distributionszentren.[13] Diese Niederlassung in Bad Hersfeld kam durch den Einsatz von Leiharbeitern im Februar 2013 ein großes Medienecho.[14] Der Neubau liegt direkt an der Autobahnausfahrt 32 (Bad Hersfeld) an der A4. Das bereits existierende Logistikzentrum mit 42.000 Quadratmetern und über 1.000 Mitarbeitern im Stadtteil Eichhof, welches seit 1999 besteht und 7 km entfernt ist, bleibt voraussichtlich bis mindestens 2018 in Betrieb.[15] Ein Vertriebszentrum mit 110.000 Quadratmetern wurde im September 2011 in Rheinberg eröffnet[16], welches am 17. Februar 2012 offiziell eröffnet wurde.[17] Ein weiteres wurde in Graben[18] bei Augsburg mit ebenfalls 110.000 Quadratmetern errichtet. Werne wurde auf rund 140.000 m² vergrößert, indem man auch die zweite ehemalige IKEA-Halle langfristig anmietete, und ist so das größte Logistikzentrum.
Die deutschsprachige Internetseite Amazon.de wird von Amazon EU S.a r.l. in Luxemburg betrieben. Die Entwicklungsabteilung der Webseite Amazon.de in München wurde Mitte 2004 geschlossen und ein Großteil der Mitarbeiter entlassen.
Länderspezifische Anpassungen nehmen nun die britische Tochter Amazon.co.uk in Slough oder direkt Amazon.com in Seattle vor.
Ein weiteres Patent hat Amazon auf ein Nutzerrezensionssystem erhalten, in dem Kauf- und Nutzungserfahrungen der erworbenen Produkte von Kunden für Kunden veröffentlicht werden sollen.[19] Weiterhin hat der Onlinebuchhändler ein Bewertungssystem patentieren lassen, das dem Kunden erlaubt, per Mausklick Rezensionen nach ihrer Qualität zu bewerten.[20]
Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am 24. April 2009 hat sich Amazon.de mit 16,7 Millionen Kunden an die Spitze der deutschen Websites mit den meisten Online-Käufern gesetzt. Dadurch wurde eBay mit 16,3 Millionen Käufern auf Platz zwei verdrängt.[21]
Im Juli 2009 übernahm Amazon für rund 850 Millionen Dollar den Online-Schuhladen Zappos. Amazon kündigte an, den Kaufpreis mit eigenen Aktien im Wert von 807 Millionen Dollar zu begleichen, zusätzlich mit 40 Millionen Dollar in bar für die Zappos-Beschäftigten.[22]
Der Marktwert von Amazon lag im November 2010 bei 80 Milliarden US-Dollar.[23] Im 3. Quartal 2012 betrug der Umsatz von Amazon rund 13,81 Milliarden US-Dollar, wobei jedoch ein Verlust in Höhe von 274 Millionen US-Dollar erwirtschaftet wurde.[24]
Im März 2012 übernahm Amazon Kiva Systems, einen Anbieter für Lagerhaus-Automation, für 775 Millionen US-Dollar.[25] Im Frühjahr 2013 wird man zudem den Internet-Buchclub Goodreads für 150 Millionen US-Dollar übernehmen.[26]
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Standorte von Amazon in Deutschland
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Der Sitz der Konzernzentrale ist Seattle im US-Bundesstaat Washington, die europäische Firmenzentrale und Verwaltungssitz befindet sich in Luxemburg.
Kunden von Amazon Österreich (Amazon.at) und Amazon Schweiz (Amazon.ch) nutzen die Dienste von Amazon Deutschland (Amazon.de GmbH), wobei aber die Inhalte lokalisiert und die Serviceleistungen abgestimmt sind.[27] Amazon nimmt somit auch auf diesen Absatzmärkten eine bedeutende Stellung ein.[28]
In Deutschland unterhält Amazon folgende Standorte:[29][30]
Seit 2006 entwickelt Amazon Web Services (AWS) Infrastrukturdienstleistungen zunächst für andere Unternehmen. Ab dem Jahre 2012 wurden diese Dienste mit der Technologie des Cloud-Computing auch für private Nutzer angeboten.[51]
2011 übernahm Amazon den Online-Buchhändler The Book Depository Ltd. und damit den größten Wettbewerber innerhalb des Vereinigten Königreichs.[52] Amazon ist neben entsprechenden Angeboten auf der eigenen Plattform auch durch AbeBooks auf dem Gebrauchtbuchmarkt tätig. AbeBooks wurde 2008 von Amazon übernommen.[53]. AbeBooks übernahm 2011 außerdem das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB).[54] Dies wird ergänzt durch den Onlinepublisher CreateSpace.com, der sich als "Independent Publishing Platform" bezeichnet.
Seit dem 3. Mai 2011 ist Javari.de ein Tochterunternehmen von Amazon Online. Javari ist ein Premiumanbieter für Schuhe, Handtaschen und Accessoires. Nach Zalando.de soll nun Javari.de den Onlinemarkt für Schuhe und Accessoires in Deutschland erobern. Beim Firmennamen Javari gibt es eine Analogie zu Amazon: der Fluss Javari liegt in Brasilien, ist ca. 1.180 km lang und mündet in den Amazonas.[55] Die Artikel werden derzeit von Bad Hersfeld (FRA3), Werne (EDE4) und Leipzig (LEJ1) aus versendet, Retouren gehen nach Bad Hersfeld (FRA3). Verantwortlicher Geschäftsführer für Javari.de ist Gregory Greeley. Vor Javari.de startete der Dienst im Vereinigten Königreich[56] und Japan[57].
Im August 2012 wurde bekannt, dass Amazon unter der Firma Amazon Game Studio ein Unternehmen gegründet hat, dessen Zweck die Entwicklung und Vermarktung von Browserspielen ist.[58] Gleichzeitig wurde bereits das erste Spiel mit dem Namen Living Classics auf Facebook veröffentlicht. Nutzer müssen in diesem zahlreiche bewegliche Objekte in animierten Landschaften aufspüren, die wiederum im Stil eines Cartoons gestaltet sind.
Amazon betreibt neben dem Hauptgeschäft zahlreiche weitere Websites wie beispielsweise die Suchmaschinen A9.com, Alexa Internet und die Filmdatenbank IMDb. Das Unternehmen liefert zwar in die ganze Welt aus, aber die Logistikcenter und Internet-Shops konzentrieren sich auf die sehr gut industrialisierten Länder und China. Im rumänischen Iași betreibt Amazon ein Entwicklungszentrum für Software.
Im Juni 2012 wurde bekannt, dass sich das Unternehmen auf zahlreiche neue Top-Level-Domains beworben hat.[59] Insgesamt wurden 76 Bewerbungen bei der ICANN eingereicht, womit Amazon auf dem zweiten Platz aller Teilnehmer liegt. Im Unterschied zu Google und anderen hat das Unternehmen seine Einreichung nicht in Nordamerika, sondern über die europäische Tochtergesellschaft mit Sitz in Luxemburg vorgenommen. Damit sollten die Chancen auf eine frühestmögliche Zuteilung erhöht werden.
In der Vergangenheit haben Journalisten und Medien, Politiker und Parteien, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen sowie aktive respektive ehemalige Arbeitnehmer wiederholt und/oder aus verschiedenen Gründen Kritik an Amazon Deutschland (Amazon.de), deren Unternehmenspolitik, dem Ausnutzen von Gesetzeslücken sowie den von der US- und/oder EU-Führung gesteckten Unternehmenszielen geübt.
Ähnliche Kritik häuft sich auch über anderssprachige Ableger des Internet-Versandhändlers, z. B. Amazon.co.uk.[60][61]
Ein Problem stellen laut Ver.di-Aussage die befristeten Arbeitsverhältnisse dar. Arbeitgeber Amazon begründet diese unter anderem mit den „Nachfrageschwankungen im Jahresverlauf“.[62][63] Arbeitnehmer indes kritisieren die Aushöhlung des Kündigungsschutzes. Denn ein Arbeitsverhältnis kann durch Vereinbarung, d. h. wenn sich beide Parteien einig sind, jederzeit aufgelöst werden (Schweiz: Art. 115 OR, analog). Es besteht keine besondere Kündigungsfrist. Das Arbeitsverhältnis endet ohne Kündigung durch Zeitablauf (Schweiz: Art. 334 Abs. 1 OR). Als Beispiel sei hier der Standort Bad Hersfeld mit den beiden Logistikzentren genannt: Von den Vollzeitbeschäftigten waren im August 2011 1061 befristet und 2330 unbefristet angestellt.[63] An dem im August 2012 eröffneten Standort Koblenz waren von den 3300 ausgesprochenen Arbeitsverhältnissen zum Zeitpunkt der Erstellung einer am 13. Februar 2013 in der ARD erstausgestrahlten Reportage 3100 befristet. An dem im September 2011 eröffneten Standort Graben waren von den 5038 Beschäftigten lediglich 1038 unbefristet angestellt.[64] Von ehemaligen Mitarbeitern werden sogenannte Kettenverträge moniert.[63]
Das Unternehmen nutze systematisch eine Gesetzeslücke des deutschen Sozialgesetzbuches aus, um Arbeitslose bevorzugt für das Weihnachtsgeschäft wiederholt als Saisonkräfte unbezahlt „einzuarbeiten“. Getarnt werde dies häufig in einer engen Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit als sogenanntes „Einstiegspraktikum“ - eine „Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung“. Viele Arbeitslose, die in der Region eines Logistikzentrums ansässig sind, würden vor allem in den Wintermonaten zur Personalakquise der Agentur für Arbeit aufgefordert. Bei Ablehnung drohe dem Arbeitslosen in vielen Fällen nach § 159 SGB III (bis 31. März 2012 § 144 SGB III a.F) der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit.[65] Dazu wird während der Dauer des sogenannten „Einstiegspraktikums“ das Arbeitslosengeld weiterhin bezahlt. Auf diese Weise werde bei Amazon somit ein großer Teil der Lohnkosten eingespart. Dazu werden laut einem Bericht der ARD überwiegend befristete Arbeitsverträge abgeschlossen, die meist zum Jahresende auslaufen. Diese Geschäftspraxis wurde im ARD-Bericht aus dem Jahre 2011 als fragwürdig angesehen.[63][66]
Aus Gründen der Kostenreduktion, Flexibilität und Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit auf saisonalen Schwankungen am Markt gehört die sogenannte Arbeitnehmerüberlassung, d.h. der befristete Einsatz von Leiharbeitern, zum Arbeitskraftmodell von Amazon an ihren Logistikstandorten.
Am 13. Februar 2013 berichtete die vom deutschen Fernsehsender ARD ausgestrahlte Reportage Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon[64] von einem als „moderne Sklavenarbeit“ bezeichneten Personaleinsatz von Leiharbeitern im hessischen Auslieferungslager in Bad Hersfeld, was nicht nur in Deutschland für großes Medienecho sorgte.[14] Im Weihnachtsgeschäft 2012 konnten weniger als 10 Prozent der Bad Hersfelder 3300 Beschäftigten ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vorweisen. Laut Bericht wurden von Amazon Deutschland über Arbeitsagenturen bis zu 5000 Menschen als Saisonarbeitskräfte aus vielen Ländern Europas angeworben. An ihren deutschen Einsatzorten angekommen, wurden die potentiellen Arbeitnehmer darüber informiert, dass sie keinen direkten Arbeitsvertrag mit Amazon Deutschland, sondern Leiharbeitsverträge mit dem zu Droege gehörenden Personaldienstleister Trenkwalder International abzuschließen hätten; damit verbunden war eine geringere Entlohnung als zunächst in Aussicht gestellt. Die Verträge waren in deutscher Sprache verfasst, eine sofortige Kündigung und Abreise war innerhalb von 24 Stunden möglich. Die in den Lohnabrechnungen um rund zwölf Prozent verminderten Stundenlöhne wurden von der Leiharbeitsfirma mit Abzügen für Sachbezüge (Kost und Logis) gerechtfertigt, die auf den Abrechnungen jedoch nicht gesondert ausgewiesen werden. Nach Angaben von Diana Löbl und Peter Onneken, den Autoren der Reportage, kann jedoch nur eine behördliche Überprüfung der Lohnbuchhaltung der involvierten Unternehmen einen möglichen Verdacht auf Sozialversicherungsbetrug nach § 266a StGB erhärten.[64][67][68] Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen forderte wegen dieser Vorfälle am 16. Februar 2013 Aufklärung und warnte die dafür verantwortliche Leiharbeitsfirma vor einem Entzug ihrer Lizenz nach dem AÜG.[69] Die Gewerkschaft ver.di hält es jedoch nicht für möglich, dass sie dies tatsächlich tun würde.[70]
Da für die Unterbringung so vieler Saisonkräfte in Bad Hersfeld keine freien Kapazitäten auf dem lokalen Immobilienmarkt vorhanden waren, wurde die CoCo Job Touristik GmbH & Co. KG mit der Aufgabe der Unterbringung der saisonalen Leiharbeiter in umliegenden Ferienwohnanlagen und Hotels wie dem Seepark Kirchheim betraut. Nach Darstellung der ARD erfolgte die hessische Unterbringung unter „menschenunwürdigen Zuständen“ und unter Überwachung durch das Sicherheitsunternehmen H.E.S.S. Hensel European Security Services. Sicherheitskräfte hätten rechtsverletzend bis in die Privatsphäre der abgesonderten Arbeitnehmer vordringen können.[71][14] Da die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes auch die Mitarbeiter des Fernsehteams bedrohten und deren Fahrzeug zuparkten, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Fulda wegen Freiheitsberaubung und Nötigung gegen diese Mitarbeiter.[72] Nach anderen Angaben ist es in der Vergangenheit ohne Einsatz von Wachschutzpersonal unter den ausländischen Leiharbeitern immer wieder zu Zwischenfällen wie Schlägereien, Diebstählen und sogar einer Vergewaltigung gekommen.[73] Die Betreiber der Herbergen hätten daraufhin das Gespräch mit der Polizei gesucht, um eine Lösung zu finden, die Leiharbeiter besser zu schützen. Die Polizei habe jedoch erklärt, dass sie nur nach Meldung von Gewalttaten eingreifen könne. Deshalb sei das Sicherheitsunternehmen verpflichtet worden, das nach Darstellung der ARD „zahlreiche Verbindungen zur rechtsextremen Szene“ aufweise und deshalb als umstritten gilt.[74][75][14] Laut Angaben der H.E.S.S Security besteht die eigene Belegschaft allerdings selbst aus bis zu 70 Prozent Mitarbeiten mit Migrationshintergrund.[76] Des Weiteren urteilte die Reportage, dass das Geschäftsmodell gezielt „auf Einschüchterung und Misstrauen“ beruhe.[71] Amazon kündigte aufgrund der Berichterstattung seine Zusammenarbeit mit H.E.S.S Security.[77][78]
Der Chef der hessischen Arbeitsagenturen Frank Martin äußerte sich besorgt über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern beim Versandhändler Amazon. Die Vorwürfe stellten auch Aktivitäten infrage, im Ausland Arbeitnehmer anzuwerben und somit den Bedarf an Fachkräften für die deutsche Wirtschaft zu sichern, erklärte Martin.[79] Der Leiter der Regionaldirektion Hessen verlangte von dem Unternehmen schnellstmögliche Aufklärung von „derzeit nicht transparenten Sachverhalten“.[80] Der Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) Enkerts distanzierte sich in einer Pressemitteilung von den berichteten Praktiken: "Wir werden es nicht zulassen, dass das Image unserer Branche so beschädigt wird."[81] Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) forderte nach Angaben der Staatskanzlei in Wiesbaden Aufklärung, hält die Hessische Landesregierung aber für nicht zuständig.[82] Weitere hessische Landespolitiker wie der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, der Abgeordnete Kai Klose der Grünen oder die Fraktionschefin der Linken Janine Wissler kritisierten die Haltung der Landesregierung als nicht ausreichend.[83] Außerdem kündigte der Verlag Ch. Schroer neben weiteren Verlagen an, seine Zusammenarbeit mit Amazon aus Protest aufzukündigen.[84] [85] Die Reportage löste auf der Facebook-Präsenz von Amazon.de einen Shitstorm aus.[86] Anfang 2013 startete ver.di auf der Online-Petitionsplattform change.org eine Petition zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter bei Amazon.[87] Am 28. Februar 2012 wurden 37.000 Unterschriften aus ganz Deutschland an die Werksleitung von Amazon im Logistikzentrum Bad Hersfeld übergeben.[88] Die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda fühlt sich von Amazon getäuscht, da Amazon 68 vermittelte Arbeitnehmer nicht direkt eingestellt, sondern eine Zeitarbeitsfirma zwischengeschaltet hatte. Die Opposition im Hessischen Landtag sieht Amazon als Fall für die Gewerbeaufsicht und bringt das Thema in den Landtag ein.[89] Amazon kündigte nach der Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma auch dem Reiseveranstalter, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei den Zeitarbeitskräften verantwortlich war. Die Firma H.E.S.S. ändert ihren Namen, um nicht mit Rudolf Heß in Verbindung gebracht zu werden.[90]
In einer Aktuellen Stunde am 20. Februar 2013 im Deutschen Bundestag wurden die Vorgänge von allen Parteien kritisiert. Die Arbeitsagentur habe offensichtliche Unregelmäßigkeiten bei der Zeitarbeitsfirma (=Trenkwalder) festgestellt. Die Opposition kritisierte das Vorgehen von Amazon und den anderen beteiligten Firmen, sowie die generellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, wie zum Beispiel bei der Leiharbeit. CDU/CSU und die FDP lehnten dagegen ein generelles Vorgehen gegen die gesamte Zeitarbeitsbranche ab.[91]
Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner führte am 21. Februar 2013 über die Ergebnisse einer Arbeitsschutzkontrolle ein Gespräch mit Vertretern von Amazon. Er machte die Vorfälle zur "Chefsache" und betonte, dass die Missstände schnell abzustellen seien. Er sagte, dass sein Ministerium und das Regierungspräsidium in Kassel für die Einhaltung des Arbeitsschutzes zuständig sei. Sein Ministerium wies darauf hin, dass die korrekte Vermittlung von Leiharbeitern in die Verantwortung der Bundesagentur für Arbeit falle.[92]
Der Geschäftsführer von Amazon in Deutschland Ralf Kleber äußerte sich betroffen über die Fernsehbilder und sprach sich für mehr Betriebsräte im Unternehmen aus. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen begrüßte dies und den Beitrag von Amazon zur Aufklärung der Vorwürfe.[93]
Die Mitautorin der Dokumentation vom 13. Februar 2013 Diana Löbl sagte am 27. Februar 2013 in der Talkshow mit Anne Will, dass die geschilderten Bedingungen für viele Menschen aus Ländern mit noch schwierigerer wirtschaftlicher Situation nicht in Frage gestellt würden, da diese froh seien überhaupt Geld verdienen zu können. Zudem hätten diese Angst bei Widerspruch gegen die herrschenden Praktiken von einem Tag auf den anderen nach Hause geschickt zu werden. Die Unterbringung in der Feriensiedlung Seepark Kirchheim sei noch eine der besseren, andere Zeitarbeiter seien beispielsweise mit 11 Personen in einer 3-Zimmer-Wohnung untergebracht, für die sie jeweils 250,- € Miete zahlen würden. Paul Schobel, ein Pfarrer und Betriebsseelsorger der Christlichen Arbeiterjugend sagte, diese nur noch Millimeter von Zuständen in einem Arbeitslager entfernten Zustände seien Ausdruck eines Kapitalismus ohne Grenzen, in dem Arbeit und damit Erwerbstätigkeit instrumentalisiert und damit ausgebeutet werde, wie es nur geht.[94]
Amazon verklagte den Betriebsrat des Großlagers in Bad Hersfeld im März 2013 vor dem Arbeitsgericht in Fulda auf Verlängerung der umstrittenen Leiharbeitsverhältnisse. Der Betriebsrat hatte seine Zustimmung verweigert, da die Überprüfung der Zeitarbeitsfirma Trenkwalder noch nicht beendet ist.[95]
Arbeitnehmer sehen sich dem Druckmittel der Abmahnung bei Nichterfüllung von Zielvorgaben ausgesetzt.[62] Gängige Zielvorgabe ist ein Sollwert an Arbeitsleistung eines einzelnen Arbeitnehmers, der deutlich über dem Durchschnitt der Arbeitsleistung der Abteilung liegt.[64] Steigert ein Mitarbeiter dann seine individuelle Leistung, tritt er unweigerlich eine Spirale des wachsenden Drucks an.
Laut der Gewerkschaft Ver.di gilt Amazon als „Lohndrücker“ der Branche: Während nach Tarifvertrag für den Großteil der Lagerarbeiten im Versandhandel zwischen 11,47 Euro und 11,94 Euro als Einstiegsgehalt gezahlt wird, gewährt Amazon seinen Mitarbeitern nur 9,65 Euro bis 11,12 Euro Stundenlohn. Auch Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld wird zur Zeit nicht ausgezahlt.[96] Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund liegen die von Amazon gezahlten Löhne[62] „um 20 Prozent unter dem Handelstarif (Tarifvertrag für den Handel) in der Branche“.[97] Amazon konterte dies wiederholt damit, dass die Mitarbeiter neben dem vertraglich garantierten Lohn auch eine sogenannte leistungsbezogene Prämie sowie nach einer längeren Betriebszugehörigkeit auch Mitarbeiteraktien erhielten.[98][99] Zudem fänden in den Versandlagern rein logistische Tätigkeiten statt, weshalb der Tarifvertrag für den Einzelhandel keine Anwendung finden könne. Amazon betont vielmehr, das Einkommen der Amazon-Mitarbeiter befände sich am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche „üblich“ sei.[100]
In mehreren Sondierungsgesprächen mit der gewählten Tarifkommission am Standort Leipzig gab die Geschäftsleitung Amazons zu erkennen, an einem Tarifvertrag nicht interessiert zu sein.[101] Auch sieht Amazon „zu wenig Gemeinsamkeiten“, um formell mit Ver.di zu verhandeln.[102] Anfang April 2013 rief Ver.di ihre Mitglieder in Leipzig zu einer Urabstimmung über einen möglichen Streik auf. 92 Prozent der zu diesem Zeitpunkt 520 in der Gewerkschaft organisierten Amazon-Arbeiter beteiligten sich an der Abstimmung und stimmten wiederum mit 97 Prozent für einen Streik.[103] Wenige Wochen später, ebenfalls noch im April, erfolgte eine Urabstimmung auch in den beiden Lagern in Bad Hersfeld. Hier beteiligten sich 78 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder an der Abstimmung und stimmten mit 97,6 für einen Streik.[104]
Dem Unternehmen wurde lange Zeit vorgeworfen, als Arbeitgeber die Bildung von Betriebsräten an einzelnen Standorten nicht sonderlich zu fördern. Statt dessen wurden sogenannte „Mitarbeiterforen“ eingerichtet, die zwar ähnliche Aufgaben wie ein Betriebsrat ausüben, sich jedoch anders als ein Betriebsrat auf keine rechtliche Grundlage wie etwa das Betriebsverfassungsgesetz berufen können.[105][106][107] Gewählte Betriebsräte existieren an den Logistikstandorten Bad Hersfeld (seit 2000), Leipzig (seit 2009)[108], Graben (seit Februar 2013)[109] und Rheinberg (seit März 2013)[110]. Am Standort Werne ist eine Betriebsratswahl für den 23. Mai 2013 angesetzt.[111] Am Standort Pforzheim ist für den 6. Juni 2013 eine Betriebsratswahl vorgesehen[112], jedoch kritisiert die Gewerkschaft Ver.di, dass der Wahlvorstand Gewerkschaftssekretären nicht die Möglichkeit gäbe, an Sitzungen teilzunehmen.[113][107] Am Standort Koblenz existiert bislang kein Betriebsrat.
Kritisiert werden überdies kurzfristig angeordnete Nachtschichten[114], Überstunden[115] und Wochenendarbeit[115]
Im Februar 2013 wurde bekannt, dass etwa jede vierte deutsche Universitätsbibliothek und etwa drei von vier Stadtbibliotheken Amazon systematisch Kunden zuführen, indem sie ihren jeweiligen Online-Katalog mit Amazon verlinkt haben. Der Justitiar des BDV (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Christian Sprang, hält dies für eine juristische Grauzone (Zitat: sogar relativ dunkelgrau). Der DBV und der MVB (Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels, ein Tochterunternehmen des Börsenvereins) haben eine Kooperation beschlossen, die den Bibliotheken helfen und den stationären Buchhandel miteinbeziehen soll. [116]
Der Erlös des Deutschland-Geschäfts von Amazon (amazon.de) belief sich im Jahr 2012 auf 8,7 Milliarden Dollar[14] (umgerechnet 6,5 Milliarden Euro). Das waren 21 Prozent mehr als im Jahr 2011 (mit 7,2 Milliarden Dollar) und sogar 65 Prozent mehr als 2010 (5,3 Milliarden Dollar). Deutschland stand somit 2012 für 14 Prozent des Gesamtumsatzes von Amazon, der bei 61,1 Milliarden Dollar[14] lag, und war deren wichtigster Auslandsmarkt.[117]
Gemessen am Gesamtumsatz des deutschen Online-Handels im Jahr 2012, der nach dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels bei 27,5 Milliarden Euro und nach Zahlen des Einzelhandelsverbands bei 29,5 Milliarden Euro lag, kontrolliert Amazon ein gutes Fünftel oder sogar fast ein Viertel des gesamten deutschen Online-Versandhandels.[117]
Mit legalen Buchungstricks wie dem „Double Irish With a Dutch Sandwich“-Prinzip vermeidet Amazon inländische Umsatzsteuerzahlungen und leitet seine deutsche Unternehmensgewinne ins Niedrigsteuerland Luxemburg um. Hierzu gründete der Konzern 2003 und 2004 die Amazon Services Europe SARL, die Amazon Europe Holding Technologies SCS und die Amazon EU SARL mit aktuellem Sitz in der „Rue Plaetis“ in Luxemburg. Über die Zeit gelang es Amazon, dort über zwei Milliarden US-Dollar steuerfrei anzusparen. Diese Praktik wird zunehmend kritisiert.[118][119][120]
Im Herbst 2012 geriet Amazon wiederholt in die Kritik, da es gravierend in die Preispolitik dritter Händler auf dem Amazon-Marktplatz eingreift. Das Unternehmen verpflichtet diese zu den gleichen Preisen wie im klassischen Handel, berechnet für Transaktionen aber zusätzlich Gebühren. Der hiesige Konkurrent Hood.de sieht darin ein wettbewerbswidriges Verhalten und hat Klage gegen Amazon eingereicht, außerdem wurden vom Bundeskartellamt Ermittlungen aufgenommen.[121]
Verlage und Kritiker werfen Amazon vor, dass es seine Marktmacht dazu missbrauche, zu hohe Rabatte von den Verlagen zu fordern, was bei den Verlagshäusern zu nicht tolerierbaren Umsatzeinbußen führe. Außerdem stelle das Unternehmen weniger Dienstleistungen bereit als konventionelle Buchhändler. Dieses Missverhältnis und die aggressiv geführte Preispolitik Amazons führten zum Beispiel dazu, dass der Diogenes-Verlag seine Bücher mehrere Monate lang nicht mehr über Amazon vertreiben ließ.[122]
Mit den gestiegenen Zahlen des Internetversandhandels wächst die Last für die Zusteller. Im Fall von Amazon Deutschland war das lange Zeit das Logistikunternehmen DHL International GmbH, das zur Deutschen Post AG gehört. Aus Gründen des Preisdrucks und internen Wettbewerbs kündigte Amazon diese exklusive Zusammenarbeit auf und holte sich ab April 2009 Hermes Europe als zweitgrößten Logistikdienstleister für die Zustellung an private Haushalte nach der Post, das seinerseits zur Otto Group gehört, mit in die Logistikkette. Die Auslieferung der Sendungen von Hermes steht in der Kritik, erfolgt sie doch immer mehr über eigenständige Subunternehmer, die ihrerseits in der Kritik stehen (Lohndumping, Scheinselbstständigkeit, Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, desolate Arbeitsbedingungen etc.).[123][124][125]
Amazon wird von mehreren Medien und Netzaktivisten kritisiert, da Amazon Ende 2010 die Vertragsbeziehungen mit WikiLeaks kündigte, welche die Amazon Web Services nutzte, um bis dato geheime diplomatische US-Depeschen zu veröffentlichen.[126]
Amazon USA hatte bis April 2008 „I Love Hitler“-T-Shirts, weitere Nazi-Produkte und auch „I Love Stalin“-Kleidungsstücke im Angebot, die nach Presse-Kritik aus dem Programm genommen wurden.[127] Der Onlinebuchhändler hat volksverhetzende und strafbare Schriften mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten auf seinen Internetseiten vertrieben.[128]
Im April 2009 fiel auf, dass der Konzern (zunächst in den USA) Bücher mit erotischen und homosexuellen Inhalten nicht mehr in den verkaufsrelevanten Bestsellerlisten aufführte und auch in den Metasuchmaschinen Verweise fehlten. Zudem wurden Bücher mit homosexuellen Inhalten grundsätzlich als „Erwachsenenliteratur“ eingestuft (einschließlich Kinder- und Jugendliteratur). Betroffen waren u. a. Stephen Frys Autobiografie „Moab is My Washpot“, „Heather Has Two Mommies“ und „Lady Chatterley“. Über Ostern 2009 entstand eine Net-Kampagne, die in wenigen Stunden eine Petition an Amazon antrieb. Die Unternehmenssprecherin Patty Smith erklärte später, dass es sich um eine Störung des Systems gehandelt habe und insgesamt 57.310 Bücher aus mehreren Kategorien betroffen waren.[129]
Im Mai 2009 stellte der Verfassungsschutz des Landes Brandenburg fest, dass eine Regionalsektion der NPD offensichtlich in das Partnerprogramm bei Amazon.de eingestiegen war, für den Kauf rechtsextremistischen Propagandamaterials über Amazon warb und damit Einnahmen erzielte. Diese Geschäftsbeziehung stieß auf breite Kritik; einige prominente Politiker – so der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Walter Momper – forderten einen Boykott von Amazon, sollte die Firma ihre Zusammenarbeit mit der rechtsradikalen Partei nicht beenden.[130] Amazon teilte auf Anfrage des Berliner Tagesspiegel mit, dass man das Angebot hinsichtlich der Einhaltung der Bedingungen ihres Partnerprogramms überprüfe und nach Abschluss der Prüfung gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen werde. Des Weiteren würden sie stets der Einschätzung von Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien folgen und normalerweise keine eigene Wertung hinsichtlich der Zulässigkeit des Vertriebs vornehmen.[131] Schließlich hat Amazon die NPD vom Partnerprogramm wieder ausgeschlossen.[132] Nach Protesten hat Amazon die kurze Zeit gelisteten Thor-Steinar-Produkte[133] entfernt und den Hinweis „Artikel, die den Nationalsozialismus verherrlichen oder verharmlosen“ in die Verkaufsrichtlinien unter der Überschrift „Verbotene Artikel“ aufgenommen.[134]
Verbraucherschützer kritisieren den Lebensmittelhandel über Amazon. Es fehlen relevante Informationen und Produktdetails, nach Aussagen von deutschen Verbraucherschützern ist diese Nichtnennung von Informationen ein Verstoß gegen geltendes Recht.[135]
Anfang Oktober 2012 vertreibt ein Privatanbieter über Amazon erneut strafbare und volksverhetzende Waren, diesmal in Form von einem Dachau-Puzzle, welches ein Foto des Krematoriums zeigt, sowie einem weiteren Puzzle, welches die Aufschrift vom Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz „Arbeit macht frei“ proklamiert. Nach dem Skandal war Amazon kurzfristig nicht zu einer Stellungnahme bereit, im Oktober 2012 lassen sich durch die US-Seite von Amazon eine Vielzahl weiterer rechtsradikaler Produkte wie beispielsweise Armbinden mit Hakenkreuzen erwerben.[136]
Das Kundenrezensionen-System des Onlinehändlers steht seit Langem in der Kritik.[137] Unternehmen beauftragen Mitarbeiter und auch Buchautoren, ihre Produkte auf der Amazon-Website selbst zu bewerten.[138] Es handele sich um eine regelrechte Kampagne, in der Unbekannte offenbar mit gefälschten Kundenrezensionen bestimmte Titel beworben und andere gezielt in Misskredit gebracht hätten.[139] Manche Bücher haben bereits Kundenrezensionen, bevor sie veröffentlicht werden.[140]
Informationen über Buchbestellungen und andere Käufe sind den Zoll- und Einwanderungsbeamten der USA offenbar frei zugänglich. So wurde ein Fall bekannt, dass einem Reisenden an einem amerikanischen Flughafen möglicherweise aufgrund seiner Bestellungen bei Amazon die Einreise verweigert wurde.[141]
Seit September 2012, mit Einführung des "Cloud Players", ist der Download von mehr als einer Datei nicht mehr möglich, wenn der Browser unter Linux läuft.[142] Bisher hat sich Amazon beharrlich geweigert, die Unterstützung wieder einzuführen oder an einer benutzerfreundlichen Lösung für Linux-Nutzer mitzuwirken. Findige Umgehungslösungen scheinen nicht durchgängig zu funktionieren.[143][144]
Es gibt (Stand 2011) einen kleinen Verlag namens 'VDM Verlag Dr. Müller GmbH & Co. KG'. Dieser gibt Bücher heraus, die ausschließlich aus zusammengesammelten Wikipedia-Artikeln bestehen. Ein hoher Preis legt es nahe, eine hohe Buch-Qualität zu vermuten. <sueddeutsche.de 30. September 2010: Deutschsprachige Bibliotheken greifen zu </ref>
Pavel Richter (Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland e.V.) kritisierte Versandhäuser wie Amazon: Das Geschäft funktioniere nur, weil Amazon und andere Händler die automatisierte Möglichkeit bieten, hunderttausende solcher Titel einzustellen. Amazon sollte laut Pavel Richter ein Interesse daran haben, ein qualitativ so minderwertiges Angebot seinen Kunden gar nicht erst anzubieten. Er forderte Amazon und andere Onlinehändler auf, dieses Angebot zu unterbinden. [145] [146]
Activision Blizzard | Adobe | Akamai | Alexion Pharmaceuticals | Altera | Amazon.com | Amgen | Analog Devices | Apple | Applied Materials | Autodesk | Automatic Data Processing | Avago | Baidu | Bed Bath & Beyond | Biogen Idec | BMC Software | Broadcom | Catamaran Corporation | C. H. Robinson Worldwide | CA Technologies | Celgene | Cerner Corporation | Check Point | Cisco | Citrix | Cognizant Technology Solutions | Comcast | Costco | Dell | DENTSPLY International | DirecTV | Discovery Communications | Dollar Tree | eBay | Equinix | Expedia | Expeditors International | Express Scripts | F5 Networks | Facebook | Fastenal | Fiserv | Fossil | Garmin | Gilead Sciences | Google | Henry Schein | Intel | Intuit | Intuitive Surgical | KLA-Tencor | Liberty Global | Liberty Interactive | Liberty Media | Life Technologies | Linear Technology | Mattel | Maxim Integrated Products | Microchip Technology | Micron Technology | Microsoft | Mondelēz International | Monster Beverage | Mylan | NetApp | News Corporation | Nuance Communications | Nvidia | O'Reilly Automotive | Oracle | Paccar | Paychex | Perrigo | Priceline.com | Qualcomm | Randgold Resources | Regeneron Pharmaceuticals | Ross Stores | SanDisk | SBA Communication | Seagate | Sears | Sigma-Aldrich | Sirius Satellite Radio | Staples | Starbucks | Stericycle | Symantec | Texas Instruments | Verisk Analytics | Vertex Pharmaceuticals | Viacom | Virgin Media | Vodafone | Western Digital | Whole Foods Market | Wynn Resorts | Xilinx | Yahoo
3M | Abbott Laboratories | Accenture | Allstate | Altria Group | Amazon.com | American Electric Power | American Express | Amgen | Anadarko Petroleum | Apache Corporation | Apple | AT&T | Baker Hughes | Bank of America | Bank of New York Mellon | Baxter International | Berkshire Hathaway | Boeing | Bristol-Myers Squibb | Capital One | Caterpillar | Chevron Corporation | Cisco Systems | Citigroup | The Coca-Cola Company | Colgate-Palmolive | Comcast | ConocoPhillips | Costco Wholesale | CVS Caremark | Dell | Devon Energy | Dow Chemical | DuPont | eBay | Eli Lilly and Company | EMC Corporation | Emerson Electric Company | Exelon | ExxonMobil | FedEx | Ford | Freeport-McMoRan | General Dynamics | General Electric | Gilead Sciences | Goldman Sachs | Google Inc. | Halliburton | H. J. Heinz Company | Hewlett-Packard | The Home Depot | Honeywell International | IBM | Intel | Johnson & Johnson | JPMorgan Chase & Co. | Lockheed Martin | Lowe’s | Mastercard | McDonald’s | Medtronic | Metropolitan Life Insurance Company | Microsoft | Mondelez International | Monsanto | Morgan Stanley | MSD Sharp & Dohme | National Oilwell Varco | News Corporation | Nike | Norfolk Southern Railway | Occidental Petroleum | Oracle | PepsiCo | Pfizer | Philip Morris International | Procter & Gamble | Qualcomm | Raytheon | Schlumberger | Simon Property | Southern Company | Starbucks | Target Corporation | Time Warner | Texas Instruments | U.S. Bancorp | Union Pacific Railroad | United Parcel Service | United Technologies Corporation | UnitedHealth | Verizon Communications | Visa Inc. | Walmart | Walgreens | The Walt Disney Company | Wells Fargo | Williams Companies
47.6227-122.3362Koordinaten: 47° 37′ 21,7″ N, 122° 20′ 10,3″ W
Tesla Motors gibt es seit ca. zehn Jahren, das Unternehmen wurde 2003 gegründet,
» Mehr@Subdi: Das ist richtig, ich hatte aber auch z.B. Tesla Motors als Beispiel genannt.
» Mehr@Subdi: Verwirrend... letztendlich läuft es doch auf Albert Einstein hinaus: "Alles
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