Short in VW - wer ist das nicht?
Ich möchte kurz ein paar Worte über die aktuelle Entwicklung bei VW verlieren.
Ein derartiger Anstieg eines Indexmitglieds (insbesondere angesichts der Marktschwäche der letzten Tage), ist durchaus eine Erwähnung wert. Die Gerüchte über den Anstieg von gut 200 € auf über 305 € in wenigen Tagen schießen nun selbstverständlich ins Kraut. Da werden Short-Eindeckungen von Lehman genannt. Ebenso Käufe sowohl von Porsche, als auch vom Land Niedersachsen. Welches dieser Gerüchte tatsächlich wahr ist und ob überhaupt etwas dran ist, möchte ich nicht beurteilen. Der heutige dreifache Verfallstag, auch Hexensabbat genannt, trägt dazu sicherlich sein Übriges bei. Am Markt werden momentan ohnehin nur Gerüchte gehandelt, was die derzeitigen Übertreibungen in alle Richtungen nicht gerade verkleinert. Andererseits lebt die Börse natürlich auch von Gerüchten und Stories der Aktien.
Die derzeitige Gefahr für Short-Spekulanten ist, dass bei der momentanen Situation ein weiter andauernder Short Squeeze nicht auszuschließen ist. Aktuell dürften viele Marktteilnehmer die aktuellen Kurse von VW für Short-Positionierungen nutzen. Ein weiterer Kursanstieg zwingt diese Akteure jedoch möglicherweise dann zur Schließung der Short-Position und sorgt somit für weitere Nachfrage bei den VW-Aktien. Ein weiterer Kursanstieg ist die Folge.
Besonders bemerkenswert sind jedoch auch die Entwicklungen an der Optionsschein- und Zertifikatefront. Viele der Short-Knock-out-Produkte sind durch den Kursverfall wertlos verfallen. Die übrigen werden mit unattraktiven, also extrem weit auseinanderliegenden Spreads (Unterschied zw. An- und Verkaufskurs) gehandelt. Bei den Optionsscheinen sieht das Bild bzgl. der Spreads kaum anders aus. Auch hier versuchen die Emittenten den Run auf die Short-Produkte durch die weiteren Spreads für sich auszunutzen.
Abschließend noch ein paar Worte zur Funktionsweise der Put-Optionsscheine, da ich diese Frage schon mehrfach gestellt bekommen habe: Anleger sollten bei der Investition in Optionsscheine (egal ob Call oder Put) beachten, dass die Kursentwicklung des Optionsscheins nicht ausschließlich von der Kursentwicklung des Underlyings (Basiswert) abhängen muss. Vielmehr entscheidet auch die Volatilität (Schwankungsbreite) der Aktie, sowie die Restlaufzeit des Optionsscheins über die Bewertung des Optionsscheins. So ist es auch zu erklären, dass der ein oder andere Put-Optionsschein auf VW trotz des massiven Kursgewinns der VW-Aktie nahezu unverändert oder sogar im Plus liegt. Da bei einer Kursberuhigung jedoch die Volatilität wieder abnimmt, verliert der Optionsschein wieder an Wert (ebenso wie mit abnehmender Restlaufzeit). Wie man sieht, ist also ein solches Investment zwar u.U. lukrativ, jedoch ohne entsprechende Kenntnis der Produkte höchst gefährlich. Deshalb rate ich ausschließlich Anlegern mit ausreichender Erfahrung zum Einsatz dieser Produkte.









