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Notenbanken fluten den Markt mit Geld

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nico am 03.11.2008, 10:33
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von Robert Hsu (Good Morning Asia)

Die vergangene Woche hat uns wieder einige interessante Entwicklungen gebracht: Wie erwartet haben mehrere Notenbanken auf die drohende Rezession reagiert und die Zinsen gesenkt.

Zunächst hat die Federal Reserve in den USA die Zinsen um einen halben Prozentpunkt reduziert. Kredite bei der Zentralbank sind somit so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr. China, Hong Kong und Taiwan folgten dem Schritt umgehend und senkten die Zinsen ebenfalls. Und es dürfte weitergehen: China hat noch eine Menge Spielraum, die Zentralbank hat die Zinsen gerade erst auf 6,66% herab gesetzt. Die Europäische Zentralbank wird wohl ebenfalls in den kommenden Wochen nachziehen.

Die Zinsschritte leiteten eine lange überfällige Erholung an den Weltbörsen ein. In Vorfreude auf die Fed-Entscheidung sprang der Dow Jones am Dienstag um fast elf Prozent oder rund 900 Punkte – der zweitgrößte Tagesgewinn aller Zeiten. Der Hang Seng schoss darauf hin um 13% davon und machte innerhalb von drei Tagen einen Gewinn von fast 30%. Auch der japanische Nikkei-Index zog wieder kräftig an. Bis zum Ende der Woche normalisierte sich das Geschehen wieder weitgehend.

Die Lage erinnert frappierend auf die Reaktion der Fed nach dem 11. September 2001 unter ihrem damaligen Chef Alan Greenspan: Auch damals rutschten die Zinsen auf historische Tiefs, genau wie jetzt ergoss sich ein Strom billigen Geldes über den Markt. Damals suchte sich das Geld seinen Weg in die Aktien – und startete eine Mega-Hausse. Und die amerikanischen Banken fanden neue Wege, um mit der Liquidität Geld zu verdienen. Sie kreierten beispielsweise Hauskredite, die anfangs kostenlos waren und im Laufe der Jahre mit steigenden Zinsen viele Leute mit geringem Einkommen in den Ruin trieben. Ergo platzte die Immobilien-Blase im vorigen Jahr.


Deja Vu – Alles auf Los

Was ich Ihnen damit sagen will: Die nächste Hausse und dann die nächste Blase kommen bestimmt - die Geschichte an der Börse wird sich wiederholen. Noch lesen Sie pseudo-schlaue Erklärungen in den Medien, wonach die Finanzkrise diese oder jene Volkswirtschaft zum Taumeln bringt. Und dass wir in eine Rezession hinein laufen. Fakt ist, dass derzeit überall die Liquidität abgezogen wird. Und dass die Nachfrage der privaten Haushalte zurück geht. Vielleicht rutschen wir auch in eine Rezession. Die Börse hat diese Entwicklung aber schon voraus genommen.

Derzeit wird noch alles in negativen Farben geschildert, das ist typisch für eine Bodenbildung. Nehmen Sie nur das rasante chinesische Wirtschaftswachstum: Die Medien fantasieren, dass dies mit der Finanzkrise zusammen hängen soll. Dabei ist es nur eine gesunde Abkühlung: 2008 sollen immer noch 9,8 Prozent Zuwachs erreicht werden, doch mache die weltweite Konjunkturschwäche ein zweistelliges Wachstum wie noch im ersten Halbjahr unmöglich, berichtet in China das Staatliche Informationszentrum (SIC). Die Wirtschaftsplaner wollen sich 2009 darauf konzentrieren, schnelles Wachstum zu sichern, hieß es in dem SIC-Bericht. Und weiter: Eine aktive Geldpolitik sei nötig. Das bedeutet also, dass die chinesische Zentralbank die Zinsen weiter senken wird. Und dies sind beste Voraussetzungen für einen Schub am Aktienmarkt.

Fazit: In diesen Tagen und Wochen erleben wir eine Bodenbildung. Der Markt ist völlig überverkauft. Gut möglich, dass wir noch einmal alte Tiefs testen, wenn eine große Bank oder ein kleines Land vor dem Bankrott steht. Doch sobald die Banken weltweit endlich Hilfe vom Staat annehmen, wird das Vertrauen endgültig in den Markt zurück kehren. Mutige Leser greifen bereits jetzt bei Rücksetzern wieder zu!

Herzliche Grüße,

Ihr Robert Hsu
 

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