Keine Geldanlage ist letzten Endes sicher!

Steffens am 10.12.2008, 21:30 (Gastkommentar)
Steffens
Deutschland
 
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Zurzeit beschäftigen sich die Anleger zwar mit dem Banken- und Emittentenrisiko, trotzdem wird das Geld auf Tagesgeld und Festgeldkonten geparkt. Die Regierung hat gesagt, dass die Rente, äh sorry, dass das Geld der Bürger bei den Banken sicher sei. Käme es tatsächlich zu einem internationalen Finanzcrash, in dem eine Bank nach der anderen insolvent würde, wie sollte der Staat das ganze Geld absichern? Es geht hier um mindestens 5 Billionen Euro! Die aktuelle Staatsverschuldung in Deutschland beläuft sich jedoch „nur“ auf 1,5 Billionen (entspricht einer Verschuldung pro Kopf von 18.421 Euro / siehe auch die versprochenen Vergleiche im nächsten Abschnitt). Ich meine, es dürfte schon ein großes Problem sein, in so einer Situation mal eben 5 Billionen Euro aufzubringen, oder nicht?
 
Was ist wirklich sicher?
 
Die Frage ist also, was ist „sicher“, also wirklich sicher? Die Antwort ist einfach: Tatsächlich nichts. Es gibt keine Sicherheit. Immobilien können je nach Staatsform, wie es schon einige Male geschehen ist, enteignet werden oder einfacher  mit einer „Inflationssteuer“ belegt werden. Geld und Vermögen auf den Festgeldkonten kann der Inflation anheim fallen. Auch die Börse selbst ist im Worst-Case-Szenario nicht sicher. Theoretisch könnte auch sie einfach abgeschafft werden. Aktien können, das wissen wir,  auch urplötzlich wertlos werden. Selbst Indizes, wir erinnern uns an den Neuen Markt, können von den Kurszetteln verschwinden.
 
Gold der sichere Hafen?
 
Viele meinen Gold sei sicher. Wahrscheinlich wird das in einer Krise auch funktionieren. Aber der Handel mit Gold kann verboten werden, wie es schon einmal in den USA geschehen ist. Ich habe mir in den letzten Wochen spaßeshalber überlegt, ob es nach dem unglaublichen Run auf reales Gold, den wir in den letzten Monaten gesehen haben, nicht auch sein könnte, dass in der Krise auf einmal zu viele versuchen, mit Gold zu bezahlen und der Wert des Goldes plötzlich eklatant einbricht. Schließlich wird Gold nicht dringend „gebraucht“, wenn es mal wirklich ernst wird. Sicherer wären da vielleicht andere Metalle oder  Rohstoffe. Doch wer will sich schon fünf Tonnen Kupfer in den Garten legen oder auf der Terrasse einen herrlichen Blick auf diverse 50.000 Liter Öl-Tanks haben? Wie soll man diese auch bewachen?
 
Ganz abgesehen von der Frage, was man mit dem Gold macht, wenn man zum Beispiel plötzlich  „umsiedeln“ muss, was schließlich in der Geschichte auch schon vorgekommen ist. Goldbarren unauffällig mitschleppen? Nein, für größere Vermögen ist auch das nicht wirklich geeignet.
 
Zu viele Gefahren
  
Die Antwort ist eigentlich recht einfach: Man kann sich sein Leben mit Sorgen vollpacken, aber es wird kein glückliches Leben sein. Es macht keinen Spaß durch einen schönen Wald zu laufen, wenn man ständig Angst hat, dass ein runterfallender Ast einen erschlägt. Man verpasst dabei zu viel vom Erlebnis „Wald“.
 
Krisen, Glück und Schicksal
 
Wenn man sich mit den Krisen dieser Erde beschäftig, bleibt nur eine Erkenntnis: Es werden Dinge passieren, mit denen niemand rechnet. Es werden Menschen Glück haben, die überhaupt nicht vorgesorgt haben, andere die alles getan haben, um sich und ihre Familien abzusichern, werden Pech haben. Das Schicksal kann man nicht beeinflussen. Dieser Kontrollwahn, diese immerwährende Angst vor einem möglichen Chaos ist es, die wirklich unglücklich macht – Angst war noch nie ein guter Ratgeber.
 
Besser haben es die Menschen, die mit einem Urvertrauen einfach davon ausgehen, dass schon alles gut gehen wird. Tut es das dann wider Erwarten doch nicht, hatten sie zumindest bis dahin ein schönes Leben...
 
Unsinnige Fragen
 
Ich finde, dass deswegen die Fragen nach der sicheren Anlage, die immer wieder in solchen Krisen auftauchen, an der eigentlichen Thematik vorbei gehen. Es geht nicht darum, die absolute Sicherheit zu finden. Es geht in solchen Krisen darum, eine andere Einstellung zu den Dingen zu erhalten. Ein wenig mehr Ergebenheit in das Schicksal des Lebens. Denn wenn man es einmal realistisch sieht, die prozentual gesehen wesentlich wahrscheinlicheren Gefahren: Krankheit, Verkehrsunfall, Haushaltsunfall, Arbeitsunfall etc., machen den meisten von uns das Leben auch nicht schwer...
 
Gelassene Sachlichkeit
 
Natürlich sollte man auch nicht alle Zügel schleifen lassen. Eine nihilistische Einstellung muss nicht sein. Kommen wir also zu den vernünftigen Überlegungen, die allerdings in jeder wirtschaftlichen Phase, ob Boom oder Rezession, zu den gleichen Ergebnissen kommen wird. Es geht eigentlich immer darum, einen möglichst breiten Korb von Anlagen zu besitzen.
 
Aus diesem Grund macht es eben keinen Sinn, sein Geld „nur“ in Festgeld anzulegen. Man sollte es unter anderem auch in Aktien investieren. Schließlich haben die großen Indizes sowohl Weltkriege, als auch Inflation, große Wirtschaftskrisen und vieles andere an Ungemach überlebt. Einen Teil kann man in Rohstoffe investieren und von mir aus auch in realem Gold parken. Ein paar Immobilien, wenn man es sich leisten kann, sind auch sinnvoll. Bei größeren Vermögen sollte man diese Immobilien vielleicht auch noch auf mehrere Länder weltweit aufteilen. Das ist alles und dieses Wenige ist letzten Endes eines der Geheimnisse des langlebigen Wohlstands.
 
Mit einer derartig breiten Diversifikation ist man meiner Meinung nach am besten für die Krisen dieser Erde gewappnet - mehr kann man nicht tun.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

Steffens am 10.12.2008, 21:30
Der Text ist die persönliche Meinung des Autors und spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von sharewise wider.
AndyArbeit 11.12, 12:05

Das einzige was sicher ist,ist der Tod....und ich prognostiziere die Wahrscheinlichkeit des Eintritts meines Todes in....naja,normalverteilt kann man das kaum nennen....daher über den Daumen gepeilt für die nächsten 50-60 Jahre


 


und im Bereich Geldanlage?da gibts gewisse Wahrscheinlichkeiten für "Sicherheit" bzw. "Unsicherheit" und zwar dass die Bank Abzocke in grossem Stil betreibt.....

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