Marktbericht - Radar internationale Presse

Lohrke am 25.06.2009, 12:17 (Gastkommentar)
Lohrke
Deutschland
 
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Marktbericht - OECD hebt Ausblick an

Dass die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit OECD den Ausblick für die 30 Mitgliedsstaaten zum ersten Mal in zwei Jahren anhob, wurde von der Börse mit hohen Kursgewinnen belohnt. Für die USA wurden sogar „Zeichen einer Bodenbildung“ im zweiten Halbjahr gesehen. Dazu kam, dass die US-Notenbank FED die Zinsen unverändert ließ. So bleibt die FED-Rate für den Interbankenhandel auf dem Rekordtief von 0,25 %. Und dennoch gab der Dow um -0,28 % (8.300) nach. Grund waren u.a. starke Verluste von Boeing, die es nicht schaffen ihren Dreamliner rechtzeitig auszuliefern. Der Nasdaq allerdings stieg – nicht zuletzt wegen der besser als erwarteten Oracle Quartalszahlen – um +1,61 % (1.793). Und der marktbreite S&P 500 war ebenfalls positiv gestimmt und kam auf +0,65 % (900,65).

Frankfurt war ebenfalls von den OECD Ankündigungen begeistert. Für Überraschung sorgte, dass Qatar angeblich nun doch nicht in Porsche, sondern in Volkswagen investieren möchte. Der Dax stieg um +2,73 % auf 4.836 Punkte, der Tec Dax um +3,60 % auf 616,35 Punkte und der C Dax um +2,71 % auf 416,06 Punkte.

In Japan wurde die Aussicht auf ein Ausklingen der Rezession und der schwächere Yen ebenfalls mit großer Freude aufgenommen. Insbesondere exportorientierte Werte profitierten von der guten Stimmung. Der Nikkei stieg so um +2,06 % auf 9.788 Punkte.
 
     
Radar internationale Presse

Monsanto restrukturiert Herbizit Einheit. Weil die Gewinne von Monsanto Co. um -14 % auf 694 Mio. Dollar zurückgingen und auch der Umsatz um -11 % auf 3,16 Mrd. Dollar fiel, wird Monsanto seine Herbizideinheit umbauen, da der einstige Umsatz- und Renditebringer seit 2004 deutlich nachlässt. Es sollen weltweit 900 Mitarbeiter oder 4 % der Arbeitnehmerschaft entlassen werden. Auf die Frage, ob er die Einheit auch verkaufen würde, antwortete CEO Grant, man solle niemals nie sagen. (WSJ)

Standpunkt: Auch wenn die Krise an Monsanto nicht spurlos vorbei geht, so sind die Aussichten in Nord- und Südamerika sowie in Asien ausgesprochen gut. Lediglich in Europa bekommt der Konzern aufgrund seiner genveränderter Produkte mächtig Gegenwind. Da die Bruttomarge von 55,6 % auf 58 % gestiegen ist, wird der Gewinn bei einem Umsatzanstieg überproportional steigen.

Bed Bath & Beyond mit Gewinnanstieg bei Umsatzplus von 14 %. Das Einzelhandelsunternehmen, das Möbel und Ausstattungen für Bäder, Wohn- und Schlafzimmer in sog. Strip Mall Gewerbegebieten anbietet, konnte seine Umsätze um +2,68 % auf 1,69 Mrd. Dollar und den Gewinn um +14 % auf 87,2 Mio. Dollar steigern. (WSJ)

Standpunkt: Cocooning heißt das Zauberwort. Die Menschen ziehen sich angesichts der Krise in ihr Heim zurück und versuchen es sich dort gemütlich zu machen. Davon profitieren natürlich die über 900 Läden von Bed Bath & Beyond. Und so ist auch der Ausblick nicht von schlechten Eltern.

M’bishi Elec baut Solarkollektorfabriken in Europa und den USA. Mitsubishi Electric Corp. wird – um Transportkosten zu sparen - schon nächstes Jahr in den USA und Europa Fabriken errichten. Die jährliche Produktionskapazität in Europa soll zunächst 100.000 kw betragen. In 2008 basierten die Umsätze im Solarbereich um die 156.000 kw, wobei 60 % Europa zuzuschreiben waren. Deutschland und Spanien werden dabei voraussichtlich vernachlässigt, da die staatliche Förderung zurückgenommen wird. (NNI)

Standpunkt: Die Solarbauer hierzulande werden mächtig unter Druck geraten. Die japanische und auch chinesische Konkurrenz ist groß. Sie haben zudem Kostenvorteile. Mir gefällt dennoch nicht, dass die staatliche Förderung Hauptgrund für wirtschaftliche Entscheidungen ist. Was ist, wenn die eines Tages ausläuft?

Klatten setzt auf Geohumus. Die Milliardärin Susanne Klatten hat sich nach ihrem jüngsten Coup bei SGL Carbon AG auch an der Geohumus International GmbH beteiligt. Geohumus ist ein stark wasserspeicherndes Granulat, das gut das Fünfzigfache seines Eigengewichts speichern kann. (FAZ)

Standpunkt: Das ist sehr interessant. Denn in Wassermangelgebieten ist das Problem der Versalzung der Böden virulent. Insofern ist Geohumus eine interessante Alternative. Ein börsennotiertes Unternehmen, das Geohumus herstellt, ist mir nicht bekannt. Gäbe es ein solches, wäre ein Investment in diesem Bereich zumindest nachdenkenswert.

Das Bangen beginnt für Quelle von vorne. Statt einer Bürgschaft erhält Quelle nun vom Bund und den Ländern Sachsen und Bayern einen Massekredit von 50 Mio. Dollar. Martin Zeil, bayersicher Wirtschaftsminister von der FDP rechtfertigt den Kredit als „einzig realistische Alternative“. Zudem würde das Risiko eines Totalausfalls sinken, da der Massekredit in einer Insolvenz bevorzugt behandelt werden würde. (FAZ)

Standpunkt: Unsinn hat leider in diesem Lande Methode. Und die FDP, die sonst immer so liberal daher kommt, macht da auch noch mit. Quelles Geschäftsmodell ist so etwas von hoffnungslos veraltet, dass man sich fragt, wieso man das Unternehmen nicht in Insolvenz gehen lässt. Statt in Zukunft zu investieren, leisten wir uns den Luxus Wahlgeschenke zu verteilen. Und das bei der größten Neuverschuldung, die dieses Land je hatte. Das ist verantwortungslos. So wird Deutschland im internationalen Konzert nach und nach zurückfallen.

Lohrke am 25.06.2009, 12:17
Der Text ist die persönliche Meinung des Autors und spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von sharewise wider.
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