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Chartanalyse DAX

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ruedeli am 04.07.2009, 21:27 (Gastkommentar)
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Das charttechnische Bild des DAX hat sich in den letzten Handelstagen eingetrübt.

Zwar hat der Index die in meiner letzten Chartanalyse angesprochene Flagge, die in beiden Grafiken eingezeichnet ist, am 24. Juni nach oben hin durchbrochen, und es entstand ein mehrtägiger Aufwärtstrend. Jedoch fehlte der dann entstehenden Aufwärtsbewegung die nötige Dynamik. Der eingezeichnete Aufwärtstrendkanal geriet zu flach, als dass die Bewegung dem nächsten Widerstand hätte Paroli bieten können. In der Folge durchbrach der Dax am letzten Donnerstag die untere Begrenzungslinie des Trendkanals.

Damit entstand eine neue, nach unten gerichtete Bewegung, die in Kürze auf die Unterstützung bei 4.670 Punkten treffen wird. Dieser Unterstützung kommt nun große Bedeutung zu. Hält sie nicht, so wird sich wahrscheinlich eine obere Umkehrformation ausbilden, die das bärische Szenario der letzten eineinhalb Jahre wieder aufleben läßt. Anders ausgedrückt: nach unten hin wären bei Vollendung dieser Formation wieder alle Optionen offen. Hält die Unterstützung in den nächsten Tagen, so kann eine Seitwärtsbewegung entstehen. Aber selbst dann dürfte die Gefahr eines größeren Einbruchs noch nicht gebannt sein. 

 

Bei der angesprochenen oberen Umkehrformation handelt es sich um eine Kopf-Schulter-Formation. Sie entsteht durch drei Aufwärtsbewegungen, die jeweils in einer Topbildung enden. Die erste Aufwärtsbewegung bildet die linke Schulter, die zweite den etwas höher gelegenen Kopf der Formation und die letzte die rechte Schulter. Die Formation ist erst dann vollendet, wenn die Nackenline durchbrochen wird. Diese Linie befindet sich in der aktuellen charttechnischen Situation auf Höhe der erwähnten Unterstützung bei 4.670 Punkten. Da die Kopf-Schulter-Formation eine ausrechende Breite hat und auch die typische Umsatzverteilung einer solchen Formation vorweist (jedes neue Top entstand unter deutlich niedrigeren Volumina als das vorangegangene), hängt nun die Richtung, die der DAX in den kommenden Wochen einschlagen wird, vom Halten der Nackenlinie ab. 

Ob aber diese letzte Bastion des DAX längere Zeit Bestand haben wird, ist ziemlich zweifelhaft. Denn es ist in den letzten Monaten ein deutliches Nachlassen der Aufwärtsdynamik zu erkennen. Dieser Umstand ist auch für charttechnische Laien klar erkennbar. Durch die Entwicklung der letzten Woche ist dies noch deutlicher geworden. Unverkennbare Indizien liefert auch die Entwicklung der Volumina der seit Anfang März. Vom Beginn der Rallye bis heute ist tendenziell ein Nachlassen der Volumina zu verzeichnen, was für einen Richtungswechsel spricht. Dominierten zu Beginn noch die "grünen" Tagesumsätze, so nehmen in den letzten Monaten die "roten" Umsätze zu. Letzteres dürfte in einer Seitwärtsbewegung nicht ausreichend sein. Ins Bild passt auch das Verkaufssignal der Stochastik.

Für Anleger müssen die nächsten Abwärtsbewegungen des DAX von größtem Interesse sein. Eine Vollendung der Umkehrformation sollte größte Beachtung finden. Der Bruch der Nackenlinie, das Anziehen der Volatilität und hohe Volumina in heftigen Abwärtsschüben sind gute Indikatoren für einen Trendwechsel nach unten. Schon ein leichtes Unterschreiten der Nackenlinie könnte das erste leichte Vorbeben für kräftige Abwärtsbewegungen in der Folgezeit sein. Deshalb sollte man sich als Anleger mit Stoppkursen absichern, die nur knapp unter 4.670 Punkten liegen. Für diejenigen, die noch nicht verkauft haben, können Rückkehrbewegungen zur Nackenlinie die Möglichkeit zum Ausstieg bieten. Auf solche Chancen sollte man jedoch nicht spekulieren. Aufwärtsbewegungen sind nach Vollendung einer Kopf-Schulter-Formation zwar möglich, nicht aber zwingend.

Zuletzt noch ein Hinweis in eigener Sache. Urlaubsbedingt wird meine nächste Chartanalyse am nächsten Sonntag ausfallen. Ich hoffe aber, in der darauffolgenden Woche eine weitere DAX-Analyse veröffentlichen zu können.

Auf Facebook publizierenAuf Twitter publizieren ruedeli am 04.07.2009, 21:27
Der Text ist die persönliche Meinung des Autors und spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von sharewise.com wider.

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Kommentare

Sword

06.07.2009, 11:38 (Update)

Hallo ruedeli,


meine persönliche Meinung und Szenario ist ein anderes. Wir gehen jetzt in einen volatilen Seitwärtsmarkt und werden zwischen November 2009 und Februar 2010 ca. 6000er Dax sehen. Die fudamentalen Daten sprechen eine andere Sprache. Wir haben (hoffentlich) die TALSOHLE erreicht! Jetzt geht es Stück für Stück (mit Rückschlägen selbstverständlich) nach Oben.


Gruß Sword

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